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Internet-Ärger: Jetzt werden Kunden befragt

Türkenfeld - Neue Aufregung um das gemeindeeigene Breitbandnetz: Neben den finanziellen Problemen gibt es offenbar auch betriebliche Schwierigkeiten.

Deshalb hat die Gemeinde jetzt eine Kundenzufriedenheitsbefragung gestartet. Der Fragebogen kann im Internet unter www.breitband-tuerkenfeld.de ausgefüllt werden, wurde jedoch auch in Papierform an die Haushalte verteilt. Darin wird detailliert erfragt, ob die Anschlussinhaber in der Vergangenheit von gelegentlichen oder längerfristigen Störungen bei Telefonie, Internet oder Fernsehen betroffen waren und ob es aktuell ein Problem gibt.

Außerdem können die Kunden des Ortsnetzes Schulnoten für ihre allgemeine Zufriedenheit mit den Diensten und der Betreuung durch den Servicepartner vergeben. „Wir wollen von jedem Anschluss wissen, ob er funktioniert beziehungsweise welche Probleme es gibt“, sagte Bürgermeister Pius Keller (CSU) am Rande der jüngsten Bürgerversammlung zum Tagblatt.

Teilweise scheine die Verkabelung in den Häusern nicht reibungslos zu funktionieren. „Die meisten Probleme gibt es offenbar bei der Telefonie.“

Allerdings würden sich nur wenige Betroffene direkt an die Gemeinde wenden. So erfahre man von Störungen nur gerüchteweise. Mit der Befragung will Keller verhindern, dass die Situation „in Frust ausartet“. Möglicherweise werde sich herausstellen, dass die Probleme auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt sind, in dem man dann gezielt die Ursache beheben könne.

Dass es auch völlig störungsfrei laufen kann, weiß der Rathauschef aus eigener Erfahrung. „Ich habe daheim nie Probleme mit meinem Anschluss.“ Er ist auch davon überzeugt, dass die Türkenfelder im Großen und Ganzen mit ihrem Ortsnetz zufrieden sind.

Tatsächlich kam im Rahmen der Bürgerversammlung keine einzige Nachfrage, weder zum technischen Betrieb noch zur Finanzsituation des Kommunalunternehmens Errichtungs- und Versorgungsbetrieb Türkenfeld ( EVBT). Wie berichtet, erwirtschaftet der Betrieb nicht genug Geld, um die jährlichen Darlehenstilgungen in der geplanten Höhe zu leisten – nicht zuletzt, weil die Anschlusszahlen um zehn Prozent hinter den Erwartungen zurückblieben.

Deshalb hofft die Gemeinde nun auf staatliche Fördergelder für eine zweite Ausbauwelle. Damit sollen Haushalte die Möglichkeit bekommen, sich nachträglich anschließen zu lassen. Außerdem will man neu hinzukommenden Kunden, zum Beispiel im Zuge des Hausbaus, den Anschluss an das Netz erleichtern beziehungsweise Fixpreise einführen.

Ulrike Osman

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