Bis jetzt im Linsenmannhaus untergerbracht

Kleidertreff sucht neues Domizil

Der Kleidertreff in Türkenfeld ist auf der Suche nach einer neuen Heimat. Bisher ist er im Linsenmannhaus untergebracht – doch dieses Domizil ist nun ungeeignet.

Türkenfeld– Seit im Linsenmannhaus wieder Konzerte stattfinden, müssen die Kleiderständer vor jeder Veranstaltung aus dem Weg geräumt werden. Und noch ein weiteres Problem bekümmert die ehrenamtlichen Helfer: Das Angebot wird zu wenig angenommen.

Einmal in der Woche hat der Kleidertreff für zwei Stunden geöffnet – immer donnerstags von 17 bis 19 Uhr. Nur eine Handvoll Leute findet in dieser Zeit den Weg ins Linsenmannhaus, in der Regel Flüchtlinge. Tatsächlich wurde der Kleidertreff im September 2015 vom Asylhelferkreis ins Leben gerufen. „Aber wir haben von Anfang an gesagt, dass das Angebot für alle Bürger gedacht ist“, betont Margit Lechner, die Leiterin des Kleidertreffs. Deshalb wurde mit Handzetteln an alle Haushalte, mit Aushängen in Geschäften und Hinweisen im gemeindlichen Mitteilungsblatt für die Kleiderkammer geworben.

Viele genieren sich, Hilfe anzunehmen

Die 52-Jährige würde sich wünschen, dass auch die Bedürftigen in der einheimischen Bevölkerung von dem Angebot Gebrauch machen – zumal es den Organisatoren auch um Nachhaltigkeit geht. „Keiner muss sich genieren.“ Das tun aber offenbar viele.

An Kleiderspenden herrscht kein Mangel. Der Fundus ist deshalb groß und umfasst Sachen für alle Altersgruppen, vom Baby bis zum Erwachsenen. Margit Lechner erzählt, dass manche Teile wie neu aussehen, an einigen hängen sogar noch die Etiketten. Die Sachen werden kostenlos abgegeben. Wer kann, gibt eine Spende.

Das bedeutet allerdings auch, dass der Kleidertreff kaum Einnahmen hat und folglich keine Miete zahlen kann. Im gemeindeeigenen Linsenmannhaus muss er das auch nicht, doch dort ist die räumliche Situation neuerdings schwierig. Durch den Raum mit den Kleiderständern verläuft der Fluchtweg aus dem Saal. Und wenn dort Veranstaltungen stattfinden, muss die Kleiderkammer vorher ausgeräumt werden. Das tun die ehrenamtlichen Helfer auch, doch noch lieber würden sie mit Sack und Pack umziehen.

Bisher war die Suche nach einem neuen kostenlosen Raum allerdings erfolglos. Auch die Idee, aus der Kleiderkammer einen Secondhand-Laden zu machen, lässt sich kaum umsetzen. Erstens fehlt auch hierfür ein passender Standort, zweitens würde der Aufwand erheblich steigen. „Auf ehrenamtlicher Basis wäre das nicht mehr zu machen“, sagt Margit Lechner.

Derzeit steht eher die Frage im Raum, ob sich angesichts der schwachen Resonanz die Mühe überhaupt noch lohnt, räumt die Organisatorin ein: „Wenn es so weitergeht wie im Moment, rentiert sich der Aufwand irgendwann nicht mehr. Wenn in der Woche nur fünf Leute kommen, kann ich denen auch direkt die Kleider geben.“ (os)

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