Anton Bader war begeisterter Bergsteiger.

Nachruf

Der letzte Gemeinderat von Zankenhausen

Unter großer Anteilnahme der Weggefährten seines Geburts- und Heimatorts wurde Anton Bader zu Grabe getragen. Er war das letzte Gemeinderatsmitglied der damals noch eigenständigen Gemeinde: 

Türkenfeld/Zankenhausen – Von 1960 bis zur Eingemeindung im Jahr 1972 und weit darüber hinaus engagierte sich der Verstorbene für die Belange seines Heimatorts. „Mit ihm verlieren wir einen beliebten und angesehenen Bürger, der als Ratsmitglied stets für seine Heimat einstand und einen, der den damaligen Bürgermeister Stefan Probst stets nach Kräften und im Sinne Zankenhausens unterstützte“, huldigt ihm Türkenfelds Bürgermeister Pius Keller. Im Alter von 88 Jahren verstarb Anton Bader nach längerer Krankheit. Um ihn trauern seine Ehefrau Anneliese und die Töchter mit ihren Familien.

Nach seiner Lehre als Zimmermann in Schondorf besuchte Anton Bader die Meisterschule in Tübingen und arbeitete als Bühnenbauer bei der Carlton Filmgesellschaft. Danach machte Bader sich mit seiner Zimmereifirma in seinem Heimatort Zankenhausen selbstständig und bewirtschaftete zudem im Nebenerwerb den elterlichen Bauernhof.

Seine große Liebe Anneliese lernte er 1954 während seines Besuches der Meisterschule kennen und lieben. Die Töchter des Verstorbenen, Margit Vogl, Dorle Beschorner und Anneliese Pachmann erinnern sich an die Erzählungen: „Als er unsere Mama den Eltern vorstellte, brachte er sie mit Motorrad im Beiwagen von Stuttgart nach Zankenhausen und als sie am Inninger Berg Rast machten, sagte er zu ihr: Das wird jetzt deine neue Heimat.“ Anneliese sagte „Ja“ zu ihrem Anton – die beiden gaben sich im Mai 1955 das Eheversprechen.

Danach machten sie sich auf zu ihrer Hochzeitsreise. Mit dem Motorrad samt Beiwagen ging es ins Eheglück. „Unser Papa liebte die Berge“, sagen die Töchter. Früher ging es an den Wochenenden zum Bergwandern in die Alpen, denn: „Damals durfte der Weg nicht allzu weit sein, weil die Stallarbeit daheim wartete und gemacht werden musste“, weiß die Tochter. Später reizten ihn auch Ziele fernab der geliebten Heimat. Er reiste oft weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus, besuchte Equador, Nepal, Sri Lanka, Brasilien, Irland oder Madeira.

War Anton Bader nicht unterwegs in der großen weiten Welt, widmete er sich seinem Hobby, dem Drechseln. Er fertigte Schalen, Kreisel, Christbaumkugeln, Teelichter und vieles mehr an. Daheim in Zankenhausen saß er gerne auf seinem selbst geschreinerten Bankerl bei der Werkstatt, ruhte sich dort aus und freute sich, wenn Spaziergänger des Weges kamen und sich auf einen Ratsch zu ihm setzten.

Sein Heimatort bedeutete ihm viel. Da blieb es nicht aus, dass Anton Bader sich in vielen Ortsvereinen engagierte: Im Schützenverein, bei der Feuerwehr, oder im Krieger- und Soldatenverein, im gemischten Chor und im Alpenverein Geltendorf hat er seine Spuren hinterlassen. Anton Bader wird fehlen – es bleibt eine große Lücke in der Dorfgemeinschaft. Bürgermeister Pius Keller, die Vorstände und Fahnenabordnungen der Vereine gaben ihm das letzte Geleit.   (akk)

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