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Robert Müller will ein halbes Referat im Gemeinderat aufgeben.

Vorwürfe gegen den Bürgermeister

Blockade im Rathaus: Marktreferent wirft hin

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Robert Müller will lebendige Märkte in Türkenfeld. Dabei sieht er sich vom Bürgermeister blockiert. Deshalb wirft Müller diesen Bereich seines Referates im Gemeinderat hin. Doch ein halber Rücktritt ist schwierig.

Türkenfeld – Den Knalleffekt hob sich Müller (Dorfgemeinschaft) bis zum Schluss der öffentlichen Gemeinderatssitzung auf – als letzte Wortmeldung unter dem Punkt „Verschiedenes“. „Ich will mein Amt zu 100 Prozent ausüben“, betonte er. Doch sein Engagement werde von Bürgermeister Pius Keller (CSU) ständig blockiert.„Deshalb gebe ich den Bereich Wochenmarkt ab.“ Für Liegenschaften und Ortsbild, auch diese beiden Bereiche gehören zu dem Referat, wolle er aber weiter zuständig sein.

Zum Tagblatt sagte Müller, er werde über Vorgänge innerhalb des Rathauses zu den Märkten kaum informiert. „Ein Unding als zuständiger Referent“, so Müller. Das sollte seiner Ansicht nach auch die Kommunalaufsicht interessieren, dass hier die Gemeinde eine Informationspflicht verletze. Er sei seit seinem Amtsantritt als Referent nur einmal offiziell hinzugezogen worden.

Dabei habe er Struktur in die Märkte gebracht, so Müller, der selbst als Organisator zum Beispiel der Türkenfelder Bergweihnacht auftritt. Er habe dafür gesorgt, dass es einen Marktsprecher gebe. Er habe ein Werbebudget angeregt, aber darauf kaum Reaktionen bekommen. „Dabei sind die Veranstaltungen weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt“, sagt Müller. Der Wochenmarkt würde sich bei Bürgern wie Anbietern hoher Beliebtheit erfreuen. „Das soll weiter so bleiben.“ Die Märkte würden Türkenfeld lebendig machen.

Letztendlich auslösendes Moment für seinen Rücktritt sei aber gewesen, dass mit der Fontäne im Dorfweiher nichts vorwärtsgehe. Diesbezüglich hatte Müller in der Sitzung eine Anfrage gestellt, doch eine aus seiner Sicht unbefriedigende Auskunft erhalten. Die offizielle Inbetriebnahme war im Vorjahr am schlechten Wetter gescheitert, heuer am Protest von Anwohnern. Sie befürchten, dass die von der Fontäne erzeugte Vernebelung sich nachteilig auf ihre Anwesen auswirkt.

Bürgermeister Keller nahm die Rücktrittserklärung zur Kenntnis. Wirksam sei sie aber noch nicht. „Der Gemeinderat wählt einen Referenten ins Amt, also kann ihn auch nur der Gemeinderat abberufen“, erläuterte Keller dem Tagblatt. Dieser Punkt werde voraussichtlich für die Sitzung am 12. September auf die Tagesordnung genommen. Dort könne dann auch entschieden werden, inwieweit man die Wochenmärkte aus dem Referat herauslösen könne.

Zu den Wochenmärkten erklärte Bürgermeister Keller, ihm seien die Erweiterungspläne Müllers bewusst. Das stoße aber bei der Sicherheit an Grenzen. Da sich auf dem Schlosshof auch die Feuerwehr befinde, müsse sich diese im Notfall dort ausreichend bewegen können. Keller kündigte an, dass demnächst ein Gespräch mit dem zuständigen Arbeitskreis stattfinden werde.

„Ich schätze die Märkte“, betonte der Rathauschef. Deswegen steuere er selbst auch schon mal einen Beitrag bei. „Zum Beispiel mit 50 Liter Freibier.“

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