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So geht es los: Äpfel waschen, dann rein in den großen Häcksler. „Mostweib“ Inge Belke schöpft den Batz anschließend heraus...
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...und packt ihn in silikonbeschichtete Tücher und einen Metallrahmen.
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Mehrere Schichten „Gemustes“ werden gestapelt, dann wird gepresst.
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Nach einem Druck von drei Tonnen bleibt eine Musplatte übrig. Die verfüttern Jäger an Rehe.
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Bitte mithelfen: Ewald Klaß füllt den Saft, der beim Pressen seiner Äpfel herauskam, in den Pasteurisator.
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Der Saft wird auf über 82 Grad Celsius erhitzt und kommt haltbar aus dem Zylinder – jetzt wird gleich probiert.
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Zuletzt wird der Saft in große Plastikbeutel gefüllt. „Ungeöffnet hält er jahrelang, geöffnet bis zu sieben Monate“, versichert Inge Belke.

Obst- und Gartenbauverein 

Schritt für Schritt: Vom Obst zum Saft

Wie geht mosten? Äpfel oben rein in einen Riesen-Mixer, Knopf drücken, und unten kommt der Saft raus? Nein, etwas aufwändiger ist es schon, wie man im Türkenfelder Mosthäusl miterleben kann. Hier machen die Fachleute vom Obst- und Gartenbauverein aus den Äpfeln privater Gartenbesitzer Saft.

TürkenfeldHeuer ist kein gutes Apfeljahr, dafür war es im Frühjahr zu lange kalt. Ewald und Ingrid Klaß haben von ihren zwei Bäumen nur etwa 70 Kilo geerntet. So wird die Saftausbeute mit gut 50 Litern geringer ausfallen als letztes Jahr – da war es mehr als doppelt so viel. Die beiden freuen sich schon auf das gesunde Getränk aus ihrem eigenen Obst. „Garantiert ungespritzte Bio-Äpfel, gestern noch am Baum“, schwärmt Ewald Klaß.

Wer Obst bringt, muss auch selber mithelfen. Ewald Klaß hat die Früchte bereits gewaschen, nun füllt er sie in den Häcksler. Heraus kommt ein bräunlicher Batz, den man auf den ersten Blick nicht mehr mit Äpfeln in Verbindung bringen würde – wären da nicht der aromatische Duft und die paar Wespen, die trotz der kühlen Temperaturen durch das Mosthäuschen schwirren.

In einem Pasteurisator wird der Saft auf mindestens 82 Grad erhitzt

Mit Hilfe eines Metallrahmens füllt „Mostweib“ Inge Belke die Apfelmasse in silikonbeschichtete Presstücher. Sie trägt Handschuhe – das muss sein, sonst gibt es schwarze Nagelbetten. „Und das kriegt man nie wieder weg“, sagt die 61-Jährige, die hauptberuflich in Bruck bei der Caritas arbeitet.

Inzwischen hat sie mehrere Schichten „Gemustes“ aufeinandergestapelt. Ewald Klaß legt einen Schalter um, und nun senkt sich von oben die Obstpresse mit einem Druck von drei Tonnen auf die weiche Masse. Schäumend fließt der Rohsaft in bereitgestellte Eimer. Der 47-Jährige und seine Frau probieren ein erstes Gläschen – gut schmeckt er. So gut, dass sie sich gleich eine Flasche abfüllen lassen.

Man kann aus dem Rohsaft Apfelessig oder Cidre herstellen, wie Inge Belke erzählt. Oder ihn einfach so trinken. Verdauungsprobleme, versichert das Mostweib, könne man nach dem Genuss des säuerlichen Getränks „abhaken“. Allerdings hält der Rohsaft nicht lange – nach zwei Tagen beginnt er zu gären. Deshalb gießt Ewald Klaß nun einen Eimer nach dem anderen in einen großen silberfarbenen Zylinder – den Pasteurisator. Der Saft fließt durch eine Spirale, die von kochend heißem Wasser umgeben ist. So wird er auf mindestens 82 Grad erhitzt, was alle Mikroorganismen abtötet und den Saft haltbar macht.

Ungeöffnet hält der Saft jahrelang, geöffnet bis zu sieben Monate

Zuletzt wird er – ganz nach Wunsch – in drei, fünf oder zehn Liter große Plastikbeutel gefüllt. Flaschen kann der Obst- und Gartenbauverein (OGV) nicht anbieten, denn dafür fehlen ihm der Lagerraum und eine Anlage zum Sterilisieren. „Ungeöffnet hält der Saft jahrelang, geöffnet bis zu sieben Monate“, versichert Inge Belke. Wichtig sei, dass nach dem Öffnen keine Luft einströmen kann. Also die Beutel am besten so stellen, dass immer Saft auf das Ventil drückt.

„Mit Orangen, Nelke und Zimt kann man übrigens auch einen wunderbaren Punsch daraus machen“, verrät die 61-Jährige. „Wir kaufen kaum noch Saft im Laden“, fügt Ingrid Klaß (46) hinzu.

Für das Mosten nimmt der OGV 40 Cent pro Liter, hinzukommen die Kosten für die Beutel. Nicht-Mitglieder zahlen etwas mehr. Der Verein freut sich auch über Obstspenden, die er mosten und verkaufen kann. Und darüber, dass Bürgermeister Pius Keller jedes Jahr die Ernte seiner Apfelbäume zur Verfügung stellt, wie Inge Belke erzählt. „Er spendiert die Äpfel, wir die Beutel. Den Saft bekommt die Mittagsbetreuung der Schule.“ (os)

Weitere Termine und Fest

Am Sonntag, 1. Oktober, feiert der Verein ab 11 Uhr am Mosthäusl im Schlosshof sein jährliches Apfel- und Erntefest. Dann kann man beim Mosten zuschauen und den frischen Saft probieren. Außerdem gibt es Gegrilltes, Kartoffelschlangen – und natürlich Apfelkücherl. Wer noch beim OGV mosten will, soll sich bei Inge Belke, Telefon (0 81 41) 5 29 16 64, oder Dieter Clauß, Telefon (0 81 93) 99 94 16 melden. (os)

Ein Tag rund um den Apfel im Kreislehrgarten in Adelshofen

Der Apfel steht im Mittelpunkt des diesjährigen Gartentages. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege lädt am Wahlsonntag, 24. September, von 13 bis 17 Uhr zum Familien-Apfeltag in den Kreislehrgarten, Drosselstraße 13 in Adelshofen, ein. Der Apfeltag bietet Groß und Klein Gelegenheit, den Kreislehrgarten kennen zu lernen und sich praktisches Gartenwissen anzueignen.

Bei dem vielfältigen Programm ist für die ganze Familie etwas dabei. Es werden wieder rund 60 verschiedene Apfelsorten aus dem Landkreis bei der Apfelsortenausstellung und -bestimmung durch Kreisfachberater Horst Stegmann präsentiert. Außerdem kommt es beim Apfelschälen zu einem Wettbewerb: Wer schafft die längste Schale? Kinder kommen beim Kartoffeldruck sowie beim Basteln von Insektenhotel und Maiskolbengesicht auf ihre Kosten.

Für das leibliche Wohl wird mit selbst gemachten Apfelfladen, Apfelkücherl und Kartoffelprodukten gesorgt. Außerdem wird Apfelsaft aus einer mobilen Presse angeboten.

Der Eintritt ist frei. Bei sehr kühler Witterung und Regen entfällt die Veranstaltung ersatzlos. (amü)

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