Nach Bürgerprotest nun Mitspracherecht

Türkenfeld – In der Gemeinde steht die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans an. Ein Thema, das viele Bürger interessiert, denn es geht dabei auch um weitere Baulandausweisungen.

Dass nun eine Sitzung zu diesen Fragen nichtöffentlich stattfinden sollte, sorgte für Irritationen. Der Gemeinderat zeigte sich einsichtig. Rund 20 Bürger fanden sich vor den Türen des Sitzungssaals ein, um ihr Interesse zu bekunden. Drinnen forderte die Fraktion der Dorfgemeinschaft (DG), die diversen vorliegenden Bauanträge öffentlich zu behandeln.

Schon im Vorfeld hatten Sabeeka Gangjee-Well (DG) und Martina Uhlemann (FW) von Bürgermeister Pius Keller (CSU) wissen wollen, warum die Anträge hinter verschlossenen Türen diskutiert werden sollten. Die künftige Ortsentwicklung und die mögliche Schaffung von Bauland im Außenbereich „sind Themen, die wir unbedingt öffentlich besprechen müssen, denn das betrifft alle“ (Gangiee-Well). Eine gute halbe Stunde wurde im Rat gestritten, dann fiel der mehrheitliche Beschluss, die Bauanträge zu vertagen. Sie sollen nun doch öffentlich auf den Tisch kommen.

Keller versichert auf Tagblatt-Nachfrage, dass „den Bürgern absolut nichts verheimlicht werden sollte“. Der Wunsch, nichtöffentlich zu reden, sei im Juni aus dem Gemeinderat gekommen. „Aber dann war plötzlich die Stimmung anders.“ Dem Vernehmen nach will das Gremium demnächst in Klausur gehen, um die Ortsentwicklung grundsätzlich zu diskutieren. Dabei soll es auch um eine umfassende Bürgerbeteiligung gehen. 

Ulrike Osman

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