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Seit drei Jahren arbeitet man in Türkenfeld an der Neuaufstellung ihres Flächennutzungsplans. 

Türkenfeld

Neues Gewerbegebiet als Überraschungs-Ei

Seit drei Jahren arbeitet die Gemeinde an der Neuaufstellung ihres Flächennutzungsplans (FNP) und befasst sich in diesem Zuge auch mit Möglichkeiten zur Gewerbeentwicklung. Der Vorschlag, der nun auf den Tisch gekommen ist, birgt Konfliktpotential.

Türkenfeld Es geht um ein Gewerbegebiet auf dem Pleitmannswanger Feld im Norden der Ortschaft. Der Standort befindet sich im Außenbereich nordöstlich des Schulgeländes direkt südlich der Bahnlinie.

Für das Gelände sprechen laut Planer Größe, Zuschnitt und Topografie der Fläche sowie der relativ große Abstand zur Wohnbebauung. Doch es gibt auch gewichtige Gegenargumente. Das Stichhaltig- ste davon: Die notwendige Erschließung des Areals wäre teuer und aufwendig.

Die Gemeinde stünde vor der Wahl, eine neue, Lkw-taugliche Zufahrt von der Zankenhausener Straße her zu bauen – oder die bestehende Straße an der Schule zu nutzen. In diesem Fall wären Konflikte mit dem Schülerverkehr und entsprechende öffentliche Kontroversen vorprogrammiert, warnen die Planer.

Für die Türkenfelder, die zur FNP-Sonderbürgerversammlung in den Hartlsaal kamen, war dies alles neu. Denn öffentlich diskutiert wurde das Pleitmannswanger Feld bis dato noch nie. Lediglich in einer Gemeinderatsklausur im Juli war das Thema besprochen worden – und auch gleich wieder verworfen worden. Die Räte waren sich einig, auf eine weitere Prüfung der Fläche zu verzichten.

Erst in der September-Sitzung des Gemeinderats wendete sich das Blatt. Als die Beschlüsse aus der Klausurtagung formell verabschiedet werden sollten, ergab sich eine Pattsituation – und damit kurioserweise eine Ablehnung des Verzichts. Somit befindet sich das Pleitmannswanger Feld nun im Verfahren. „Wie das gelaufen ist, finde ich absolut unmöglich“, kritisierte Gemeinderätin Sabeeka Gangjee-Well (Dorfgemeinschaft). „Warum halten wir teure Klausurtagungen ab, wenn wir dann gegenteilig abstimmen?“ Schließlich gebe es keine neuen Fakten, die einen Umschwung rechtfertigen würden

Von Gemauschel könne dennoch keine Rede sein, wie Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) betonte. Vorsorglich rief er die Bürger auf, nicht gleich in Schockzustand zu verfallen und von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, im Rahmen der vorgezogenen Öffentlichkeitsbeteiligung zu dem Thema Stellung zu nehmen. Vorläufig gehe es nur darum, das Gebiet von den Behörden prüfen zu lassen. Noch sei kein Kind in den Brunnen gefallen.

Gemeinderat Siegfried Schneller (Freie Wähler) wies darauf hin, dass Türkenfeld ansonsten keine Möglichkeiten zur Schaffung neuer Gewerbeflächen habe. „Und gar nichts zu machen für die nächsten 20 Jahre, das ist mir zu wenig.“ Widerspruch kam von Gangjee-Well: Die Gemeinde hat sehr wohl eine potentielle neue Gewerbefläche – und zwar den Sportplatz an der Kälberweide, in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Gewerbegebiet Süd.

Eine Verlagerung des Sportgeländes an einen Standort neben der Schule ist bereits seit längerem im Gespräch, wenn sie auch derzeit noch als „Zukunftsmusik“ (Staffler) bewertet wird. Würde auf dem Pleitmannswanger Feld jedoch großflächiges Gewerbe entstehen, wäre der Umzug des Sportgeländes möglicherweise gefährdet.

Ulrike Osman

Der Vorentwurf des Flächennutzungsplans liegt bis 15. November im Türkenfelder Rathaus öffentlich aus. Bis dahin haben alle Bürger Gelegenheit, Stellungnahmen abzugeben.

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