Raiffeisen-Versammlung

Personalabbau bei Westkreis-Bank

 Mit einer Reihe von Maßnahmen will die Raiffeisenbank (Raiba) Westkreis trotz der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen ihre Selbstständigkeit erhalten. Unter anderem soll in den nächsten sechs Jahren Personal abgebaut werden. 

Türkenfeld –Betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht geplant, versicherte Vorstandsvorsitzender Werner Seissler bei der Vertreterversammlung iin Türkenfeld. Konkrete Angaben, wie viele von den aktuell 70 Stellen gestrichen werden, machte Seissler nicht. Nur so viel: Die Reduktion soll sozialverträglich abaufen – also dadurch, dass Stellen nicht neu besetzt werden, wenn Mitarbeiter in Rente gehen.

Prozessoptimierung, Kostenmanagement und Budgetierung sind weitere Werkzeuge, mit denen sich die Raiba zukunftssicher aufstellen will. Filialschließungen soll es nicht geben, so Seissler. „Sonst verlieren wir unsere Identität.“ Lediglich die Öffnungszeiten seien optimiert worden.

Nach dem ruhestandsbedingten Ausscheiden von Rainer Klügl führte Seissler die Bank in den ersten drei Monaten 2016 allein, bevor der vakante Vorstandsposten im April mit Jochen Beier besetzt wurde. Die Zusammenarbeit der beiden funktioniert offenbar gut. „Er ist richtig klasse“, bescheinigte Seissler seinem Kollegen.

Nach dem schwierigen Jahr 2015 sei ein Maßnahmenplan aufgestellt worden. Mit dem Ziel, dass die Raiba Westkreis trotz überbordender Regulatorik und Zinstief eine selbstständige Genossenschaftsbank bleibt. Eine angestrebte Steigerung der Vertriebsaktivitäten sei bereits erreicht worden, lobte Seissler. Gleichzeitig wurden Personal- und Betriebskosten gesenkt.

Mit den Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahrs zeigten Vorstand, Aufsichtsrat und Vertreter sich zufrieden. Letztere erteilten den Verantwortlichen einstimmig die Entlastung und akzeptierten Jahresabschluss und Gewinnverwendung mit einer Enthaltung. Die Bilanzsumme ist von 292 auf 307 Millionen Euro angestiegen, wobei das Kreditgeschäft mit plus elf Prozent stärker gewachsen ist als die Kundeneinlagen. In Zeiten, in denen Banken für geparkte Gelder Strafzinsen zahlen müssen, keine schlechte Entwicklung. „Wir machen erst das Kreditgeschäft und dann die Refinanzierung“, so Vorstandsmitglied Jochen Beier.

Weniger zufrieden zeigte er sich mit Entwicklung der Mitgliederzahlen, denn diese ist im vergangenen Jahr erstmalig stagniert. Leicht rückläufig sind die Umsätze im Raiffeisen-Lagerhaus in Moorenweis (minus 7,6 Prozent). Verantwortlich dafür seien die niedriegen Preise für Getreide und Düngemittel. Unterm Strich stand am Ende des Geschäftsjahres ein Bilanzgewinn in Höhe von rund 570 000 Euro. Neben einer Zuführung an die Rücklagen wird der Rest in Form einer dreiprozentigen Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet.

Keiner Sparmaßnahme sind übrigens die alljährlichen Raiba-Kalender zum Opfer gefallen. Es gibt sie zwar nicht mehr, doch das liege ausschließlich an der stark gesunkenen Nachfrage in Zeiten von Smartphones und Tablets, so Beier. Der Gegenwert der Einkaufspreise für die Kalender wird nun gespendet. Jede Gemeinde, in der die Raiba vertreten ist, erhält 1000 Euro. Insgesamt unterstützte die Bank im vergangenen Jahr soziale Zwecke mit rund 28 000 Euro. (os)

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