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Bei Lesungen freut sich Thomas Monkowski über das direkte Feedback des Publikums.

Türkenfelder Hobby-Autor

Piratengeschichten aus dem Schulheft

Stift und Heft sind seine Werkzeuge: Der passionierte Hobby-Schriftsteller Thomas Monkowski aus Türkenfeld schreibt seit seiner Kindheit Geschichten und Romane – auf althergebrachte Weise mit der Hand.

Türkenfeld – Er schreibt und schreibt und schreibt. Seit er sechs Jahre alt ist, füllt Thomas Monkowski Schulhefte mit seinen Geschichten. Die Ideen gehen ihm nie aus. Inzwischen ist er 38, und aus den Kurzgeschichten von früher sind ganze Romane geworden.

Schon sein Vater hatte eine schriftstellerische Ader. „Das muss ein Gen sein, das ich von ihm habe“, sagt Monkowski. Ein Lehrer an der Realschule ermutigte ihn, aus seinem Talent etwas zu machen. Damals war die Familie von Emmering nach Bensheim bei Darmstadt gezogen, inzwischen lebt Monkowski mit seiner Mutter in Türkenfeld.

Bis heute steht er mit seinem alten Deutschlehrer in Verbindung, der ihm als geneigter Leser und Mentor gute Tipps gibt. Monkowski ist auf kein Genre festgelegt. Er schreibt Märchen, Kinderbücher, historische Romane und Sozialkritisches. Er erfand zwei Piratinnen namens Keira Cavendish-Frobisher und Elena von Duguay-Trouin, deren Abenteuer auf den Erlebnissen von James Cook basieren. Erfundene Geschichten in einen historischen Kontext zu setzen, macht ihm großen Spaß, erfordert aber auch viel Vorarbeit.

Bevor er mit dem Schreiben loslegt, liest Monkowski meterweise Bücher über das jeweils anstehende Thema – ob das eine geschichtliche Epoche ist oder das Leben von Straßenkindern. Noch immer schreibt der Türkenfelder in Schulhefte. Mit der Hand. Eine Bekannte tippt seine Manuskripte später ab.

Am liebsten sitzt der Hobby-Autor in einem Café im Besucherpark des Münchner Flughafens. „Dort habe ich bei Wind und Wetter meine Ruhe“, sagt er. Mit Blick auf eine Kulisse historischer Flieger kann er seiner Fantasie freien Lauf lassen. Kein Wunder, dass das jüngste seiner Bücher ein Flugzeug-Thriller geworden ist.

„Morto Volo TWA639“ heißt der erste Band dessen, was einmal eine Trilogie werden soll. Das Insiderwissen dafür hat er von einer befreundeten Pilotin. Sie hat ihn Original-Funksprüche lesen lassen und ihm ein Flugsimulationsprogramm für den Computer besorgt. Damit kann man Flugsituationen durchspielen, Routen berechnen, Triebwerks- und Instrumentenausfälle simulieren. „Man braucht ja ein gutes Hintergrundwissen“, sagt Monkowski.

Warum tun Menschen, was sie tun? Wie verhalten sie sich in Extremsituationen? Das sind Fragen, die den Türkenfelder faszinieren. Beim Schreiben schlüpft Monkowski in die Rolle seiner jeweiligen Helden und lässt seinen eigenen Alltag, seine Arbeit auf einem Wertstoffhof und sein Amt im Betriebsrat hinter sich. Für andere Hobbys – außer dem Lesen – ist da kein Platz, für eine eigene Familie auch nicht. „Ich wüsste nicht, wo ich dafür die Zeit hernehmen soll.“

Wie viele Bücher er schon verkauft hat, das weiß der 38-Jährige nicht so genau. Er publiziert sie auf eigene Kosten. Von den großen Verlagen, die er kontaktiert hat, kam nie eine Antwort. Das ist ihm aber auch nicht wichtig. Dafür hält er manchmal in der Region eine Lesung – und freut sich dann über das direkte Feedback seines Publikums. Ulrike Osman

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