Bauprojekt

Planung in Ortsmitte: Türkenfeld redet mit

Türkenfeld – Ein sensibles Grundstück in der Türkenfelder Ortsmitte soll bebaut werden. Jetzt schiebt der Gemeinderat erst einmal einen Riegel vor: Er will bei der Planung mitreden.

Der Gemeinderat hat eine Veränderungssperre für das Grundstück an der Bahnhofstraße erlassen. Hier möchte ein Interessent drei Mehrfamilienhäuser mit Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen samt Tiefgarage errichten. Einige der Wohnungen sollen seniorengerecht gebaut werden, auch von Pflege- und Betreuungseinrichtungen ist die Rede. In einem Bebauungsplan will die Gemeinde nun Vorgaben für die Ausgestaltung machen.

Der Kaufinteressent will in einem Vorbescheid mehrere Punkte geklärt wissen – vor allem, ob die Gemeinde drei einzelnen Mehrfamilienhäusern mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss sowie einer Grundflächenzahl von 0,26 zustimme. Die Gebäudestruktur entspreche der Umgebungsbebauung.

Prägende Gebäude in der Nähe

Die Anpassung an die Nachbarhäuser ist jedoch ein recht schwammiges Kriterium, wie Sabeeka Gangjee-Well (Dorfgemeinschaft/DG) sagte. Würde die Bauvoranfrage ohne weitere Vorgaben genehmigt, könne die Gemeinde so gut wie keinen Einfluss mehr auf die Bebauung nehmen. Dagegen könne man mit einem Bebauungsplan „sinnvolle Rahmenbedingungen schaffen“.

Das sah auch Bürgermeister Pius Keller (CSU) so. „Wir haben hier ein sehr sensibles Grundstück, das genauer betrachtet werden muss“, so der Rathauschef mit Blick auf die Lage schräg gegenüber von Kirche und Friedhof. Im Sachvortrag der Verwaltung wird ausführlich auf die Nähe zur denkmalgeschützten Kirche, zum Pfarrhof, Linsenmannhaus und Fuggerschloss eingegangen. Martina Uhlemann (FW) erstaunte das. Bei einem Bauprojekt an der Zankenhausener Straße habe die Nähe zu Türkenfelds prägenden Gebäuden keine Auswirkungen gehabt. „Damals hieß es, es sei uns nicht möglich, die Gestaltung vorzuschreiben.“

Stefan Zöllner (DG) bedauerte, dass im Zuge des Bauprojekts wieder ein alter Bauernhof abgerissen werde, um einer Neubebauung Platz zu machen. Für das Ortsbild bedeute es einen Verlust, wenn ein landwirtschaftliches Anwesen nach dem anderen beseitigt werde. „Wir können darauf warten, dass das Nächste kommt.“

Valentin Schmitt (DG) wünschte sich, dass alle drei geplanten Häuser für Pflege oder betreutes Wohnen genutzt werden. Letztendlich lehnte der Gemeinderat die Bauvoranfrage mit einer Gegenstimme ab, verhängte eine Veränderungssperre und stimmte der Aufstellung eines Bebauungsplans zu. Man werde mit den Eigentümern zusammenarbeiten, kündigte Keller an. Er will einen Arbeitskreis gründen, der das Bauvorhaben begleitet.

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