Emanuel Staffler, Bürgermeister in Türkenfeld.
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Emanuel Staffler, Bürgermeister in Türkenfeld.

Interview

Ramadama mal anders: Jeder soll nach Müll Ausschau halten

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Normalerweise würde an einem Samstag im Frühling auf Türkenfelder Flur das große Ramadama stattfinden – eine konzertierte Aktion mit vielen Freiwilligen, mehreren Bulldogs und Unterstützung der Feuerwehr. Da das in diesem Jahr nicht geht, hat Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) zu einer Corona-Version der Aktion Saubere Landschaft aufgerufen.

Türkenfeld - Jeder soll einfach selbst beim Spazierengehen nach Müll Ausschau halten und ihn mitnehmen.

Herr Staffler, was hat Sie zu dem Müllsammel-Aufruf veranlasst?

Eine der wenigen positiven Folgen der Coronakrise ist ja, dass die Menschen mehr in ihrer eigenen Umgebung unterwegs sind und die Natur vor ihrer Haustür ganz neu kennenlernen. Auch rund um Türkenfeld tummeln sich deutlich mehr Spaziergänger als früher, besonders dort, wo wir durch das Aufstellen von Sitzbänken und Panoramatafeln schöne Stellen zusätzlich aufgewertet haben. Gleichzeitig steigt der Freizeitdruck auf die Natur. Trotz öffentlicher Abfalleimer liegen Müll und Unrat in der Landschaft – das reicht von trägerweise leeren Bierflaschen über Saftkartons bis hin zu Vandalismus auf den Spielplätzen. Da in diesem Frühjahr Gemeinschaftsaktionen aus bekannten Gründen nicht möglich sind, möchten wir das Ramadama dezentral gestalten. So kann jeder seinen Beitrag leisten.

Wie unterstützt die Verwaltung die Bürger beim Müllsammeln?

Wir geben im Bürgerbüro kostenfrei Müllsäcke aus, die jeder zum Sammeln benutzen kann. Wer den Abfall nicht im hauseigenen Restmüll entsorgen möchte, kann dies an öffentlichen Sammelstellen tun. Größere Gegenstände, die man nicht einfach aufheben und mitnehmen kann, lässt die Verwaltung abtransportieren – etwa ein altes Sofa, das jemand im Wald entsorgt hatte.

Wo liegt im Gemeindegebiet besonders viel Müll herum?

Überall da, wo es schön ist – am Gollenberg, am Steingassenberg, entlang der Feldwege und auf den Spielplätzen.

Wie kommt Ihr Aufruf an, wie ist die Resonanz aus der Bevölkerung?

Sehr positiv, und das freut mich unglaublich. Wir haben schon eine schöne zweistellige Zahl an Müllsäcken ausgegeben und bekommen Fotos von vollen Säcken zugeschickt. Ein Bürger ist mit dem Leiterwagen unterwegs und sorgt dafür, dass in der Gegend rund um den Bahnhof alles sauber ist. Es beteiligen sich Gruppen von Jugendlichen, aber auch Rentner – teilweise ganz andere Menschen, als sonst bei der Aktion Saubere Landschaft mitmachen.

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