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Glückwünsche: (vorne v.l.) die Verwandte Cecilia Busse, das Jubelpaar, (hinten v.l.) Bürgermeister Pius Keller, Falk Gunde (Lebensgefährte der Tochter), Tochter Renate Heitzer, die Verwandte Edelgard Gunde, Helga Bassmann (vom Gesangverein), Schwiegertochter Helga Heitzer, Sohn Manfred Heitzer und Franz Emmert (vom Gesangverein). 

Seit 65 Jahren ist sie seine rechte Hälfte

Türkenfeld – „Meine rechte Hälfte“, sagt Rudolf Heitzer manchmal, wenn er von seiner Frau spricht. Er wirft der zierlichen 86-Jährigen einen liebevollen Blick zu. Die beiden sitzen sich am langen Terrassentisch gegenüber und schwelgen in Erinnerungen.

Rudolf Heitzer holt das Fotoalbum aus dem Haus. Heute vor 65 Jahren hat er seine Ilse geheiratet, jetzt feiern die beiden ihre eiserne Hochzeit.

Vier Jahre kannten sich Rudolf und Ilse Heitzer schon, als sie im Jahr 1951 heirateten.

Die Fotos von damals zeigen die Braut im wallenden weißen Kleid, ein geschmücktes Hochzeitsauto, eine Blaskapelle, die zur Feier aufspielte. Vier Jahre kannten Rudolf und Ilse Heitzer sich damals, zwei Jahre hatten sie bereits zusammen gewohnt – damals nicht unbedingt an der Tagesordnung. Aber die beiden winken ab. „Da hat keiner was gesagt.“ Gefunkt hat es beim Tanzen im Dampfschiff in Grafrath. Dorthin war Rudolf Heitzer mit zwei Freunden gegangen, in der Hoffnung, das Mädchen zu treffen, das er schon ein paarmal vom Zugfenster aus gesehen hatte. Sie saß vor den Flüchtlingsbaracken in Schöngeising, die man Schachtelhausen nannte. „Sie hat immer irgendwas gehandarbeitet“, erinnert sich der 86-Jährige. „Ich habe mir gedacht, das ist ein fleißiges Mädchen, die musst du kennenlernen.“

Fleißig gearbeitet haben die beiden ihr ganzes Leben lang. Sie bauten sich ihr eigenes Haus in Türkenfeld, wo Rudolf Heitzer bei einer Pflegefamilie aufgewachsen war. Während der ersten Ehe-Jahrzehnte war er als Schreiner im Außendienst oft lange von zu Hause weg. Außerdem engagierte er sich viele Jahre im Vorstand des TSV, im Gesang- und im Kriegerverein und kümmerte sich ehrenamtlich um Behinderte. „Deshalb sind wir so gut ausgekommen“, sagt seine Frau augenzwinkernd. Weil er so viel weg war.

Aber die wirkliche Erklärung für die 65 glücklichen Jahre ist eine andere. „Es hat einfach alles gepasst“, sagt Rudolf Heitzer. Und seine Frau ergänzt: „Wir haben immer zusammengehalten.“

Seit der Rente haben die beiden mehr Zeit miteinander und genießen sie in vollen Zügen. „Was wir vorher zu wenig hatten, haben wir wieder hereingeholt.“ Sie machten schöne Reisen, unter anderem in die USA und nach Hawaii. Und freuten sich an ihren vier Enkelkindern. Rudolf Heitzer richtete sich zu Hause eine kleine Werkstatt ein, in der er noch heute täglich zu finden ist. „Ich mache Fußschemel, Hocker, Nähkästen, alles mögliche. Ich brauch’ das einfach.“ Und dann ist da ja auch noch der Garten. Und die Schafkopf-Runde im Wirtshaus. Ilse Heitzer versorgt nach wie vor den ganzen Haushalt und geht jede Woche zur Gymnastik. Die beiden freuen sich, dass ihre beiden Kinder in der Nachbarschaft wohnen. „Wir haben ein sehr, sehr gutes Verhältnis.“

Ulrike Osman

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