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„Komplett anderen Geschmack im Mund“: Josef Hartl vom Türkenfelder Unterwirt präsentiert im Zelt des Ministeriums auf dem zentralen Landwirtschaftsfest seine Köstlichkeiten. Foto: Klaus Haag

Der Show-Koch von der Landwirt-Wiesn

Türkenfeld – Ein Gastwirt aus der Region kocht auf der Wiesn – genauer gesagt, auf dem Bayerischen Zentrallandwirtschaftsfest, das sich in diesen Tagen und noch an diesem Wochenende mit dem Oktoberfest die Theresienwiese teilt – und er setzt auf ein Kontrastprogramm.

Josef Hartl, Chef des Unterwirts, veranstaltet im offiziellen Präsentationszelt des Bundeslandwirtschaftsministeriums dreimal täglich eine Koch-Show und verköstigt außerdem die Ministeriumsmitarbeiter. „Für mich ist es eine große Ehre, dass ich dafür ausgewählt wurde“, sagt Hartl.

Er freut sich über die Chance, seine Leidenschaft für eine moderne, pfiffige, bayerische Küche einem großen Publikum zu präsentieren. „Bei mir gibt es keine schweren, fettigen Gerichte“, betont der 33-Jährige. Er setzt bewusst auf ein Kontrastprogramm zur gängigen Wiesn-Kost aus Schweinshaxn und Hendln. „Bei mir sollen die Leute einen komplett anderen Geschmack im Mund haben.“ Wer das Schaukochen verfolgt, erfährt unter anderem, wie man geschmortes Ochsenripperl, bayerisches Lamm-Curry oder gesottene Schweinsbacken zubereitet. Die gute alte Steckrübe kommt zu neuen Ehren, und der Matjes von der Ammersee-Renke beweist, welche Fisch-Genüsse die regionalen Gewässer bereithalten.

Natürlich darf auch gekostet werden. 30 Probier-Portionen werden pro Show ans Publikum verteilt. Zu den Hauptgerichten gibt es jeweils abwechselnd eine Vorspeise oder ein Dessert. Ein guter Koch ist nicht unbedingt auch ein guter Moderator. Doch Hartl hat schon öfter bei Messeauftritten Kulinarisches kommentiert. „Ich bin überzeugt von dem, was ich mache, also kann ich auch darüber reden.“ Extra geprobt hat er nicht. „Dafür wäre gar keine Zeit gewesen.“ Auch so waren die Vorbereitungen neben dem normalen Tagesgeschäft umfangreich genug – ganz zu schweigen von dem Stress, den Hartl und sein Team momentan haben.

Morgens um sechs bricht er zusammen mit zwei Mitarbeitern sowie mit sämtlichen Zutaten und Geschirr nach München auf. Nach den drei Kochshows geht es abends zurück nach Türkenfeld, wo gespült und für den nächsten Tag vorbereitet wird. Alle sechs Küchenkräfte im Unterwirt müssen mit anpacken. „Es ist ein kleiner Kraftakt, der uns alle fordert“, sagt Hartl. „Aber der Zeitraum von neun Tagen ist ja absehbar.“ Das Zentrallandwirtschaftsfest endet am Sonntag. (os)

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