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In Türkenfeld

Silvester-Ritt lockt Zuschauer in Massen

Auch für alte Hasen ist der Silvesterritt in Türkenfeld immer wieder ein Abenteuer. Der braune Traber-Wallach Fuzzy – seit über zehn Jahren mit von der Partie – hat sich vor lauter Aufregung ein Hufeisen abgetreten. Besitzerin Ingrid Heinzinger bleibt gelassen: „Dann geht er eben auf drei Eisen.“

Türkenfeld – Die alljährliche Pferdeprozession am Silvestertag ist für die Reiterin aus Peutenmühle ein Muss – ebenso wie für die vielen anderen stetig wiederkehrenden Teilnehmer. Der Termin am Mittag des vielleicht größten Party-Tags des Jahres schreckt niemanden ab. Sicher, man muss früh aufstehen, um pünktlich zur Aufstellung auf dem Türkenfelder Schulhof zu sein.

Zwei Stunden lang haben Silke Witt und Werner Lindermeier aus Moorenweis ihren Jago geputzt und hergerichtet, bevor es im Pferdehänger in die Nachbargemeinde ging. Doch das sind alle drei seit 16 Jahren gewohnt. „Seit wir ihn in Irland vor der Schlachtung gerettet haben“, sagt Werner Lindermeier und schaut liebevoll auf den schwarz-weißen Tinker.

Ingrid Heinzinger, ihr Mann und ihre Freunde aus Peutenmühle haben nicht nur ihre Pferde herausgeputzt, sondern auch sich selber spektakulär kostümiert – mit wallenden Kleidern und Uniformen aus den amerikanischen Südstaaten. „Das ist unser Hobby“, so die 59-Jährige.

Die Kostümierung machte das Grüppchen zu einem der besonderen Hingucker des Silvesterritts, der sich Schlag zwölf Uhr über die Zankenhausener Straße Richtung Kirche in Bewegung setzte. Der Wettergott meinte es gut in diesem Jahr – Sonnenschein und vergleichsweise milde Temperaturen lockten Zuschauer in Massen an die Strecke. Sie sahen einen bunten Zug aus rund 90 Pferden und Reitern und einem halben Dutzend aufwändig gestalteter Gespanne. Auch etliche Hundebesitzer und ein paar Esel-Halter holten sich für ihre Vierbeiner den Segen von Pfarrer Klaus Distl.

Zur Musik vom Blasorchester und der Blaskapelle Türkenfeld zog die Prozession traditionsgemäß dreimal an der Kirche vorbei und erfüllte damit ein Gelöbnis aus dem Jahr 1807 zum 210. Mal. Damals hatten die Türkenfelder aus Angst vor einer schweren Viehseuche den heiligen Silvester um Hilfe angerufen und waren erhört worden – die Seuche klang ab, viele bäuerliche Existenzen waren gerettet.

Eine Statue des Schutzpatrons der Haustiere ist deshalb seit eh und je Bestandteil des Ritts. Auch, als im Zuge der Gebietsreform die Selbstständigkeit der Gemeinde aufrecht erhalten werden konnte, soll der Ortsheilige seine Hand im Spiel gehabt haben – davon ist nicht nur Bürgemeister Pius Keller überzeugt. Der Rathauschef dankte in seiner kurzen Ansprache vor allem all denjenigen, „die irgendwo freiwillig mit anpacken“ – seien es Schulweg- oder Asylhelfer, Ehrenamtliche in Vereinen oder Nachbarschaftshelfer.

Hier ein Tänzeln, dort ein Scheuen – doch insgesamt brachten alle vier- und zweibeinigen Teilnehmer die Prozession gut hinter sich. Auch relative Neulinge wie Robert Gasteiger, der mit seinen beiden Schweizer Kaltblütern zum zweiten Mal dabei war, hatten Spaß am Silvesterritt. „Hier ist mehr los als beim Leonhardi-Ritt in Bruck.“  

Ulrike Osman

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