Auf einem Gemeindegrundstück, das innerhalb des Grüngürtels liegt, lagern Autowracks.  

Grünstreifen gilt als Sicherheitsabstand

Streit um Gewerbe am Waldrand

Wie nah darf die Bebauung im Gewerbegebiet Süd an den Wald heranrücken? Diese Frage wurde im Türkenfelder Gemeinderat nach längerer Diskussion vertagt.

TürkenfeldAuslöser war der Antrag auf eine Änderung des in diesem Bereich geltenden Bebauungsplans. Er schreibt einen Grüngürtel zwischen Gebäuden und Waldrand vor. An anderer Stelle in der Gemeinde wird das nicht so eng gesehen.

Der Wald liegt an der Westseite des Baugebiets. Laut Bürgermeister Pius Keller (CSU) würde die Gemeinde als Eigentümerin des Waldes haften, sollten umstürzende Bäume Schäden an den Gebäuden verursachen. Deshalb sei der rund 25 Meter breite Grünstreifen als Sicherheitsabstand festgelegt. Ihn zu reduzieren sei nicht sinnvoll. „Die Gemeinde würde durch Änderung des Bebauungsplans eine Gefahrensituation heraufbeschwören“, argumentierte Keller.

Die Antragstellerin möchte ihre Immobilie offenbar verkaufen und hat mehrere Firmen als mögliche Käufer an der Hand. Diese wünschen sich aber zunächst konkrete Aussagen über die weitere Bebaubarkeit des rund 2300 Quadratmeter großen Gewerbegrundstücks. Ein Überschreiten der Baugrenze ist von der Zustimmung des Gemeinderats abhängig. „Dies ist für mich als Eigentümerin kein valider Wert, sondern immer abhängig vom aktuellen Gremium“, schreibt die Antragstellerin. Um Rechtssicherheit zu erlangen, habe man ihr im Landratsamt empfohlen, die Aufhebung des Grüngürtels zu beantragen.

Auf einem Nachbargrundstück wurde offenbar bereits ein Gartenhaus unmittelbar an die Waldgrenze gebaut. Ein Gemeindegrundstück, das ebenfalls innerhalb des Grüngürtels liegt, wurde laut Antragstellerin gekiest und wird seit Jahren als Abstellfläche verwendet. Dort würden Autowracks für Feuerwehrübungen lagern, und im Zuge des Glasfaserausbaus hätten sogar Wohncontainer der Straßenarbeiter dort gestanden. „All das ist laut Bebaungsplan nicht erlaubt“, so die Türkenfelderin, die sich ungleich behandelt fühlt. Sie verweist außerdem auf das Gewerbegebiet östlich der Beurer Straße, wo die Bebauung bis unmittelbar an den Wald heranreicht.

Teile des Gemeinderats könnten sich mit einer Änderung des Bebauungsplans durchaus anfreunden. „Der Grünstreifen am Wald hat keinen Sinn“, fand Gerhard Müller (Dorfgemeinschaft). Würde man ihn aufheben, entstünden zusätzliche Gewerbeflächen, „die keinem wehtun“, wie Fraktionskollege Valentin Schmitt es formulierte.

Unklar blieb die Haltung des Forstamts in dieser Frage. Laut Bürgermeister Keller habe sich dessen Leiter kategorisch gegen eine Bebauung des Grünstreifens ausgesprochen, weil damit „Gefahren für Leib und Leben“ verbunden seien. Laut Antragstellerin bezog sich diese Aussage aber nur auf Gebäude in Leichtbauweise. Ihr habe der Forstamtsleiter versichert, dass bei solider Bauweise keine Bedenken bestehen würden.

Das Gremium kam überein, dass die Gemeinde Stellungnahmen vom Landratsamt und vom Forstamt einholen soll. Anschließend kommt das Thema wieder auf die Tagesordnung. (os)

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