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Auf der Türkenfelder Streuwiese bei den Widdumfilzen erläutert Petra Kotschi Bürgermeister Pius Keller die durchgeführten Landschaftspflegearbeiten.

Streuwiesenpflege

Traditionelle Mahd wird neu aufgerollt

Türkenfeld – Die Streuwiesenpflege lag in der Gemeinde lange brach. Nun wird sie vom Landschaftspflegeverband wieder aufgenommen.

Als dessen Vorsitzender war es Bürgermeister Pius Keller „eine Herzensangelegenheit“, die traditionelle Mahd bei den westlich vom Ort gelegenen Widdumfilzen neu aufzunehmen.

Tobias Burat ist mit dem Balkenmäher unterwegs.

Streuwiesen sind eine kulturhistorische Nutzungsform der Landwirtschaft. Traditionell wurde das gewonnene Mahdgut als Einstreu für den Viehstall verwendet – deshalb der Name Streuwiese. Die Nutzung war auf Nass- und Feuchtstandorte begrenzt, die für den Ackerbau ungeeignet waren. Die Landwirte mähten die Wiesen nur einmal jährlich im Spätherbst und verzichteten auf eine Düngung. Diese extensive Wiesennutzung führte zu einem hohen Artenreichtum an Pflanzen und Tieren, die heutzutage meist sehr selten geworden sind. So kam bis vor einigen Jahren auch der seltene Lungen-Enzian auf der Türkenfelder Streuwiese vor, weshalb der Landschaftspflegverband diese Pflanze symbolisch in seinem Logo aufgenommen hat.Zuletzt war dieser Artenreichtum gefährdet. Da seit etwa fünf Jahren keine Pflegemahd mehr durchgeführt wurde, sind immer mehr Gehölze von den bewaldeten Randflächen in die Streuwiese hineingewachsen. Konkurrenzarme und lichtbedürftige Pflanzenarten können dort nicht mehr leben und die Artenvielfalt drohte auf der Fläche zu verschwinden. Deshalb hat der Landschaftspflegeverband im Herbst die Pflege der Streuwiese wieder aufgenommen.

Die Pflegearbeiten führt Landwirt Tobias Burat durch. Er verfügt neben sehr viel Erfahrung auch über die notwendigen Spezialmaschinen. Die Maßnahmen werden vom Freistaat gefördert.

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