Peter Rehm starb im Alter von 78 Jahren.

Nachruf

Trauer um den Kümmerer von Türkenfeld

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Peter Rehm (78) zu Grabe getragen. Der gebürtige und jahrzehntelang ehrenamtlich engagierte Türkenfelder hat das Gemeindeleben maßgeblich mitgestaltet. 

Türkenfeld – 36 Jahre lang saß Peter Rehm im Gemeinderat und wirkte als dienstältestes Ratsmitglied an zahlreichen Großprojekten mit. Bürgermeister Pius Keller und sein Stellvertreter Emanuel Staffler sind sich einig: „Es waren Projekte, die unseren Ort in den letzten Jahrzehnten geformt haben und zu dem machten, was er heute ist.“

Auch bei Altbürgermeister Georg Klaß bleibt der Verstorbene in bester Erinnerung: „Wir waren seit der Volksschulzeit eng befreundet und sind 1952 gemeinsam in die Blaskapelle eingetreten – Peter am Es-, ich am Tenorhorn“, erinnert sich Klaß an die gut 60-jährige Zeit des gemeinsamen Musizierens. Die Nachwuchsarbeit lag Rehm am Herzen: Mit Klaß gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Musikvereins, gemeinsam hatten sie das Jugendblasorchester aufgebaut.

Auch im Gemeinderat zogen Rehm und Klaß lange Zeit gemeinsam an einem Strang. „Als ich 1996 Bürgermeister wurde, war Peter sechs Jahre mein Stellvertreter. Wir arbeiteten immer auf einer sehr guten Basis zusammen“, sagt der Altbürgermeister. Insgesamt begleitete Rehm vier Bürgermeister: Peter Ofer, Hans Wölfel, Georg Klaß und Pius Keller. Emanuel Staffler beschreibt den Verstorbenen als einen „Universal-Engagierten.“ Als Türkenfelder Urgestein habe er das Dorf und seine Geschichte wie wenig andere gekannt.

Zwölf Jahre lang engagierte sich Peter Rehm auch im Kreistag und hatte dabei stets das Wohl seiner Heimatgemeinde im Blick. Für seine Leistungen wurde er mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet und war Träger der Bürgermedaille in Gold. „Mit ihm ist ein Kümmerer gegangen, der sich weit über das eigentliche Rentenalter hinaus für seine Gemeinde engagierte“, sagt Staffler.

Auch in den Reihen der Blaskapelle Türkenfeld ist die Trauer groß. In seiner aktiven Zeit bereicherte Rehm die Gemeinschaft nicht nur musikalisch, sondern auch mit humorvoller und kameradschaftlicher Art. Hans Well von der legendären „Biermöslblosn“ porträtierte Peter Rehm 2014 so: „Wenn man die Stunden, Tage, Monate hochrechnet, die er für diesen gemeinnützigen Dienst aufgebracht hat, kommt man vermutlich auf Jahre seiner Lebenszeit, die der Peter für diese ehrenamtliche Arbeit geopfert hat. Seine frühere Tätigkeit als Straßenüberprüfer im Landkreis sollte sich für die Gemeinde später noch als sehr wertvoll erweisen.“

Mit seinem Mandat ab 1978 übernahm Rehm kompetent und zuverlässig das Straßenreferat, machte Kontrollfahrten, besserte Wege aus, schnitt Sträucher zu und hielt die Regenüberlaufbecken frei. Zu seinen Ehrenämtern addieren sich jahrzehntelange Vorstandstätigkeiten bei Jagd- und Milchgenossenschaft.

Neben den vielen Ehrenämtern lag Rehm die Familie am Herzen. Von seiner geliebten Ehefrau Rosa musste er schon 2009 Abschied nehmen. Ihr Tod war ein schwerer Schicksalsschlag für ihn und die Familie mit den drei Kindern Georg, Edith und Angelika, die sie jahrelang daheim gepflegt hatten. Nach dem Gespräch, das Hans Well wegen des Porträts mit ihm führte, sagte Rehm zu Well: „Aber dua mi fei ja net lobn, des liegt ma net.“ Diesen Wunsch konnte Hans Well ihm dann doch eher nicht erfüllen: „Dafür hat er sich einfach zu verdient um Türkenfeld gemacht.“ Vizebürgermeister Staffler unterstreicht: „Es bleibt die Erinnerung an ein Leben, das ganz und gar der Heimat gewidmet war.“  (akk)

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