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Türkenfeld

Trend zum Zweit-Tier: Senkung der Hundesteuer aber abgelehnt

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 Ein Anlauf zur Senkung der Hundesteuer ist gescheitert. Im Zuge der Haushaltsberatungen wollte Stefan Zöllner (Dorfgemeinschaft/DG) durchsetzen, dass für den Zweithund weniger gezahlt werden muss. Die große Mehrheit des Gemeinderats wollte da nicht mitgehen.

Türkenfeld –Wer in Türkenfeld einen Hund hält, zahlt 50 Euro im Jahr. Kommt ein zweiter hinzu, werden 150 Euro fällig – in Zöllners Augen zu viel und deutlich über dem Mittel der Nachbargemeinden. Es gebe keinen Grund, den dreifachen Satz zu verlangen. „Das ist willkürlich und überhöht.“ Zöllner beantragte eine Reduzierung auf 100 Euro.

Im Sinne des Tierwohls

Auch eine Bürgerin hatte sich kürzlich in der aktuellen Viertelstunde über die hohen Steuersätze in Türkenfeld beklagt und Vergleichszahlen genannt. Kottgeisering, Schöngeising und Grafrath stellen für den ersten Hund 40 Euro in Rechnung, für den zweiten 100. Geltendorf unterscheidet gar nicht zwischen Erst- und Zweithund, sondern verlangt für jedes Tier 51,20 Euro.

Zöllner argumentierte, dass es einen „Trend zum Zweithund“ gebe, der im übrigen auch im Sinne des Tierwohls sei. Für Alleinstehende bedeute ein Haustier eine wichtige soziale Komponente. Ist der berufstätige Halter jedoch den ganzen Tag außer Haus, sei es für den Hund besser, „wenn ein Kamerad da ist“.

Fraktionskollege Robert Müller widersprach. Den Steuersatz für den Ersthund habe man bewusst niedrig gehalten („der Rentner soll seinen Hund günstig haben“), doch mehr Hunde würden eine Belastung darstellen.

Summe soll eine Hürde darstellen

Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) erinnerte daran, warum man seinerzeit die Zweithundesteuer so hoch angesetzt hatte. „Die 150 Euro sollten eine Hürde sein für das Luxusgut Zweithund.“ Auch Bürgermeister Pius Keller (CSU) rief den Räten die „Riesendiskussion“ ins Gedächtnis, die zu den jetzigen Steuersätzen geführt hatte.

Vor einigen Jahren hatte sich die Stimmung zwischen Hundebesitzern und dem Rest der Bevölkerung hochgeschaukelt, ausgelöst unter anderem durch verschmutzte Gehsteige und schlecht erzogene Vierbeiner. Gleichzeitig gab es von Seiten einzelner Tierhalter die Forderung, die Hundesteuer komplett abzuschaffen, weil sie unsozial sei. 

Hundetoiletten haben die Lage verbessert

Die Gemeinde suchte damals in einer eigens einberufenen Bürgerversammlung den Dialog mit den Hundebesitzern. Diese zeigten sich einsichtig beim Thema Steuer, die Gemeinde stellte im Gegenzug an stark frequentierten Spazierwegen Hundetoiletten auf. Diese haben, so die einhellige Meinung im Gemeinderat, die Situation deutlich verbessert.

„Ich würde gern bei dem bleiben, was damals nach langer Diskussion entschieden wurde“, fasste Staffler zusammen. Mit drei Gegenstimmen wurde Zöllners Antrag abgelehnt. 

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