Mit Planen und Autoreifen sind die Kieshaufen in der Burgbachstraße abgedeckt. Doch die Anwohner beklagen Staub und Lärm. foto: osman
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Mit Planen und Autoreifen sind die Kieshaufen in der Burgbachstraße abgedeckt. Doch die Anwohner beklagen Staub und Lärm.

Türkenfeld

Anwohner klagen über Lärm von Kieslager

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Ein provisorisches Kieslager an der Burgbachstraße in Türkenfeld ärgert einige Nachbarn. Der Grundstückseigentümer hat Gegenmaßnahmen ergriffen, doch zufrieden sind die Kritiker noch nicht.

Türkenfeld – Thomas Schwab, der Eigentümer des Grundstücks, baut in der Ortsmitte ein Haus und hat den Baugruben-Aushub in der Burgbachstraße zwischengelagert. Das Material soll bis Ende nächsten Jahres abgetragen sein, so Schwab zum Tagblatt. Er wolle es an anderer Stelle wiederverwerten. Auch ein Gartenbaubetrieb will einen Teil des Kieses nutzen. Was dann noch übrig ist, soll entsorgt werden. Das Material stamme aus dem Garten seiner Schwiegereltern. Befürchtungen, es könne belastet sein, fehlen deshalb die Grundlage. Ein Problem sei das Ganze nur, „wenn man eins daraus macht“, so Schwab.

Da temporäre Lagerplätze bis zu einer Größe von 300 Quadratmetern laut Auskunft des Landratsamts verfahrensfrei sind, wäre man von sich aus nicht tätig geworden. Beschwerden einiger Anwohner riefen die technische Bauaufsicht auf den Plan. Hauptkritikpunkte der Nachbarn waren Staubentwicklung, Sandbelastung und eine mögliche Gefährdung spielender Kinder.

Verfahren beim Landratsamt

Das Landratsamt leitete ein baurechtliches Verfahren ein. Der Grundstückseigentümer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Spitzen der Kieshaufen gekappt, um ein Abrutschen des Materials zu verhindern. Von Seiten des Landratsamts seien mittlerweile mehrfach Kontrollen durchgeführt worden, so Karin Volk, Kreisbaumeisterin und technische Leiterin der Bauabteilung. Um Staubentwicklung zu vermeiden, musste der Eigentümer die Kieshaufen mit einer Plane abdecken. Diese hat er zwischenzeitlich mit Holzbalken und Autoreifen befestigt, da sie bereits einmal von heftigem Wind abgehoben wurde. Nun aber heißt es in der Nachbarschaft, bei Starkregen und Sturm würde die Plane Lärm verursachen.

Das Landratsamt hat mit dem Eigentümer vereinbart, dass er bis Mitte 2021 die Hälfte des Aushubs abträgt, bis zum Jahresende den Rest. Dass die Beschwerdeführer sich eine sofortige Beseitigung gewünscht hätten, ist Karin Volk klar. Die angeordneten Maßnahmen müssten aber auch für den Eigentümer angemessen sein. Außerdem hätte ein drastischeres Vorgehen von Seiten der Behörde das Ganze noch mehr in die Länge ziehen können. Ein förmliches Beseitigungsverfahren und die Entscheidung über eine mögliche Klage des Eigentümers „können durchaus länger als zwei Jahre dauern“, so Volk.

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