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Türkenfeld blickt modernisiert in die Zukunft

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Von: Ulrike Osman

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Das Rathaus in Türkenfeld

Ein weiterer Bürgermeisterposten, modernisierte Referate, mehr Transparenz – in seiner konstituierenden Sitzung hat der Türkenfelder Gemeinderat eine Reihe von Neuerungen beschlossen.

TürkenfeldHatte der Rathauschef bisher nur einen einzigen Stellvertreter, gibt es ab sofort deren zwei. Der frisch vereidigte Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) will damit der Tatsache Rechnung tragen, dass es mittlerweile vier Gruppierungen im Gemeinderat gibt. Stafflers Vorschlag, Johannes Wagner (Freie Wähler/FW) zum Zweiten Bürgermeister und Sabeeka Gangjee-Well (Grüne) zur Dritten Bürgermeisterin zu wählen, folgte der Rat jeweils mit großer Mehrheit.

Referenten stärker einbinden

Stärker als früher sollen im Vorfeld von Gemeinderatsentscheidungen die Referenten eingebunden werden. Sie sollen, wie Staffler ankündigte, die Möglichkeit zu mehr Mitsprache bekommen und nicht mehr „in der Sitzung von Themen überrascht werden“. Was den Zuschnitt und die zeitgemäße inhaltliche Ausgestaltung der Referate betrifft, hatte sich der Bürgermeister im Vorfeld intensiv mit allen Ratsmitgliedern ausgetauscht und offenbar einen breiten Konsens gefunden. Die Besetzung der Posten erfolgte jeweils einstimmig.

Im Einzelnen übernimmt Rupert Klaß (CSU) das Referat Feuerwehren und Rettungsdienste. Ulrich Herb (FW) wird Gewerbereferent, Rainer Griek (Grüne) ist zuständig für Kindergärten und Kinderkrippe. Schule, Bildung und Inklusion sind Sache von Bianca Epp (FW), gemeindliche Versorgungseinrichtungen, Infrastruktur und Energiewende die von Jürgen Brix (Grüne). Michael Schneller (CSU) wird sich um die gemeindlichen Liegenschaften kümmern, Fraktionskollege Michael Drexl um Dorfentwicklung und Ortsbild. Veronica Winkler (CSU) übernimmt das Referat Mobilität und Verkehrswende, Siegfried Schneller (FW) den Straßen- und Wegebau.

Das Referat Jugend, Familie und Integration ging an Marco Göbel (Dorfgemeinschaft/DG). Werner Epp (CSU) kümmert sich um den Sport und Gerhard Müller (DG) um Kultur, Brauchtum und Ehrenamt.

Klausur für den Gemeinderat

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Johannes Wagner ist Vize-Bürgermeister

Unbesetzt blieb das Referat Demographischer Wandel und Soziales, das Stefan Zöllner (DG) bekommen sollte. Er habe jedoch im Vorfeld ein langes Gespräch mit der gemeindlichen Seniorenbeauftragten Gabriele Klöckler geführt, berichtete Zöllner. Sie mache die Arbeit „so hervorragend, dass ich nicht sehe, wo ich sie noch unterstützen kann“. Stattdessen wolle er sich im Bereich Verkehr und bei der Dorfentwicklung einbringen.

Staffler will die Arbeit im neuen Gremium zügig aufnehmen. Bereits für Samstag, 9. Mai, hat er eine Gemeinderatsklausur angesetzt, bei der mit leitenden Mitarbeitern der Verwaltung eine grobe Prioritätenliste für die kommenden sechs Jahre aufgestellt werden soll.

Für Zuschauer bei Gemeinderatssitzungen stehen künftig ausführlichere Sitzungsunterlagen bereit, damit sich die Diskussionen für die Bürger besser erschließen. Dass Staffler Wert auf Transparenz legt, zeigte sich auch, als es um seine finanzielle Entschädigung als Erster Bürgermeister ging. Während diese Zahlen in anderen Kommunen stets nicht öffentlich behandelt werden, setzte Staffler den Punkt auf die öffentliche Tagesordnung. Basierend auf der Einwohnerzahl Türkenfelds wurde die Entschädigung einstimmig auf 4900 Euro/Monat festgesetzt.

Virtueller Bürger-Stammtisch

Der neue Türkenfelder Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) lädt am Mittwoch, 13. Mai, zum ersten virtuellen Bürgerstammtisch ein. Beginn ist um 20 Uhr. Er starte dieses Experiment, so Staffler, weil die Bürgerversammlung coronabedingt ausfallen musste. So biete er vorläufig ersatzweise ein digitales Format an. Andere Kommunen hätten das schon erfolgreich ausprobiert. 

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Sabeeka Gangjee-Well ist Dritte Bürgermeisterin

Staffler will über folgende Themen informieren: Corona und die Auswirkungen auf die Gemeinde, Amtsantritt von Gemeinderat und Bürgermeister (Wie ist das Gremium aufgestellt? Welche Themen will man angehen?), aktuelle und anstehende Projekte (Ausbau/Sanierung Ortszentrum, Bahnhofstraße). Für eine Teilnahme ist technisch nicht mehr notwendig als ein Smartphone, ein Tablet oder ein PC/ Laptop. Man trifft sich auf der Plattform Zoom Webinar. Die Zugangsdaten zum Stammtisch finden sich auf der Internetseite der Gemeinde. Es sei nicht notwendig, bei der Registrierung den richtigen Namen anzugeben. Pseudonyme seien erlaubt. Staffler zitiert Experten, wonach es derzeit am Markt keinen Konferenz-Anbieter gibt, der sämtliche Datenschutz-Anforderungen erfüllt. Aber für den virtuellen Bürgerstammtisch könne man Zoom nutzen, es würden keine vertraulichen Informationen ausgetauscht

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