Photovoltaik-Anlagen sollen auf den Dächern der gemeindlichen Kindergärten entstehen.
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Photovoltaik-Anlagen sollen auf den Dächern der gemeindlichen Kindergärten entstehen. (Symbolbild)

Strombedarf soll teilweise selbst abgedeckt werden

Kindergärten erzeugen künftig ihre eigene Energie

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Die beiden gemeindlichen Kindergärten Sumsemann und Pfiffikus sollen mit PV-Anlagen ausgestattet werden. Dadurch können sie künftig einen Teil ihres Strombedarfs selbst abdecken. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Die Gemeinde reagiert damit auf steigende Strompreise und nutzt gleichzeitig ein Förderprogramm der Stadtwerke Fürstenfeldbruck.

Türkenfeld - Seit seiner Gründung im Mai 2020 hatte der örtliche Arbeitskreis Energiewende unter der Leitung von Gemeinderat Jürgen Brix (Grüne) den Stromverbrauch kommunaler Liegenschaften analysiert und auf dieser Basis die Empfehlung ausgesprochen, die Kindergärten mit regenerativer Stromerzeugung zu versehen.

Beide Gebäude haben tagsüber einen vergleichsweise hohen Verbrauch, denn es laufen Gastro-Spülmaschinen, Kühlschränke und – im Falle des Kindergartens Sumsemann – eine Klimaanlage. Die Einrichtung verbraucht im Jahr rund 15 000 Kilowattstunden, das Kinderhaus Pfiffikus etwa halb so viel.

Auch E-Auto soll geladen werden

Von dem auf den eigenen Dächern erzeugten Strom könnten 40 beziehungsweise 20 Prozent von den Kindergärten selbst genutzt werden. Angedacht ist außerdem, ein gemeindliches E-Auto am Wochenende über eine Wandladestation am Kinderhaus Sumsemann zu laden.

Für den ins Netz eingespeisten Teil des erzeugten Stroms rechnet die Gemeinde mit einer Einspeisevergütung von knapp acht Cent pro Kilowattstunde. Weiter verbessert sich die Wirtschaftlichkeit der Anlagen durch ein neu aufgelegtes Förderprogramm der Brucker Stadtwerke. Sie unterstützen jede Kommune im Landkreis bei der Errichtung kommunaler PV-Anlagen pauschal mit 7500 Euro.

Gemeinde muss weniger Strom kaufen

Unterm Strich hätten sich die Anlagen spätestens nach elf beziehungsweise 14 Jahren amortisiert, wahrscheinlich aber früher, weil den Berechnungen laut Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) ein Worst-case-Szenario – also die niedrigste denkbare Stromausbeute – zugrunde gelegt wurde. Der Türkenfelder Haushalt werde durch die Anlagen nachhaltig entlastet, da weniger Strom angekauft werden muss. Gleichzeitig erfülle die Gemeinde eine von den Kommunen erwartete Vorbildfunktion in Sachen Energiewende.

Der Gemeinderat stimmte dem Projekt einstimmig zu. Planung, Bau und Anschluss der Anlagen übernehmen die Stadtwerke in einem, wie Staffler sagte, „Rundum-sorglos-Paket.

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