Das Türkenfelder Rathaus

Viele Anträge

Türkenfeld könnte am Ortsrand wachsen

 Eine lange Liste an Anträgen auf Baulandausweisung hat der Gemeinderat im Rahmen einer Sondersitzung zum Flächennutzungsplan abgehandelt.

Türkenfeld– Streit entzündete sich dabei vor allem an Ausweisungswünschen am Ortsrand entlang der Moorenweiser Straße. Eine Mehrheit ist bereit, an dieser Stelle über Bauland nachzudenken – obwohl damit eine Außenentwicklung stattfindet und der Ortsrand ausfranst, wie die Gegner kritisieren.

Fünf Anträge bezogen sich auf Grundstücke an der Ostseite der Moorenweiser Straße. Dieses Gebiet war in einer Gemeinderatsklausur im vergangenen Jahr abgelehnt worden, und zwar einstimmig, wie Sabeeka Gangjee-Well (Dortgemeinschaft/DG) und Martina Uhlemann (Freie Wähler) ihren Ratskollegen mehrfach in Erinnerung riefen. Denn es erfüllt die Kriterien für Baulandausweisung nicht, die sich der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit dem Planungsverband (PV) gegeben hatte. Dazu gehören unter anderem die Nähe zum Ortszentrum und zur S-Bahn. Außerdem wird eine bandartige Siedlungsentwicklung von den Fachbehörden kritisch gesehen.

Bürgermeister Pius Keller (CSU) sah eine Baulandentwicklung an dieser Stelle dagegen als „sehr positiv“. Im Übrigen habe jeder Gemeinderat das Recht, „sich ein neues Bild zu machen“. Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) begründete den Umschwung damit, dass mittlerweile Ausweisungswünsche für ein zusammenhängendes Gebiet vorlägen. Zum Zeitpunkt der Klausur habe dagegen ein Grundstück gefehlt. „Das wäre eine große Lücke gewesen.“ Staffler kann sich eine maximal zweireihige Bebauung vorstellen.

Die Befürworter erhielten Schützenhilfe von Planer Christian Schaser, der in einer solchen Entwicklung „keine wirkliche Beeinträchtigung des Ortsbilds“ sieht. Uhlemann warnte allerdings, dass Türkenfeld keine „lang gezogene Ortschaft“ wie Grafrath, Schöngeising oder Geltendorf werden solle. Gangjee-Well forderte die Einhaltung des Kriterienkatalogs auch aus Gründen der Gleichbehandlung. Er böte die Grundlage, objektiv zu entscheiden und nicht auf der Basis von individuellen Empfindungen. Staffler wies den unterschwelligen Vorwurf zurück, dass persönliche Beziehungen eine Rolle spielten. „Ich bin mit niemandem dort verwandt, verschwägert oder befreundet.“

Mit 8:6 Stimmen fiel die Entscheidung, den Bereich östlich der Moorenweiser Straße in den Flächennutzungsplanentwurf aufzunehmen. Nachgedacht wird auch über eine mögliche Bebauung der Westseite. Hier sollen jedoch zuvor Gespräche mit dem Landratsamt stattfinden. Einheimischenbauland könnte östlich der Saliter Straße entstehen. Hier hat ein Grundeigner der Gemeinde Flächen zum günstigen Preis angeboten. (os)

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