Über Carsharing-Modelle wird immer wieder diskutiert.
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Türkenfeld

Neuer Verein will Car-Sharing etablieren

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Auf den Zweitwagen oder sogar ganz aufs eigene Auto verzichten: Car-Sharing-Angebote sollen die Entscheidung erleichtern. In Türkenfeld formiert sich aktuell ein Verein, der seinen Mitgliedern dieses Mobilitätsangebot machen möchte.

Türkenfeld – Die Car-Sharing-Initiative unter der Federführung von Sabeeka Gangjee-Well – die auch Dritte Bürgermeisterin ist – hat sich aus der Gruppe Klima-Aktiv-vor-Ort und dem Arbeitskreis Verkehr entwickelt, der seit dem vergangenen Frühjahr an einem umfassenden Verkehrskonzept für die Gemeinde arbeitet. Elf Engagierte sind derzeit dabei, die Möglichkeiten des Car-Sharing auszuloten.

Grundgedanke ist, dass zunächst keine neuen Fahrzeuge angeschafft werden, sondern einige Mitglieder ihre Autos zur Verfügung stellen. Die Hoffnung ist, dass so gleich eine ganze Palette unterschiedlich großer Kfz-Modelle zur Verfügung steht – und sich diese auf verschiedene Standorte verteilen und damit für jeden gut erreichbar sind. Eventuell wird auch ein Elektrofahrzeug darunter sein.

Man wolle nicht noch mehr Autos auf die Straße bringen, sondern für vorhandene Fahrzeuge eine bessere Auslastung erreichen, erklärt Sabeeka Gangjee-Well. Außerdem ließen sich auf diesem Wege die Anfangs-Investitionen gering halten, zumal man in der Corona-Zeit nicht mit einem sofortigen Ansturm aufs Car-Sharing rechnet. Erst, wenn das Angebot gut angenommen wird, soll die Anschaffung vereinseigener Fahrzeuge in Erwägung gezogen werden.

Nicht auf Türkenfeld begrenzt

Das Angebot soll nicht auf Türkenfeld begrenzt sein. Der in Gründung befindliche Verein denkt über eine Zusammenarbeit mit einer ähnlichen Initiative im benachbarten Geltendorf (Kreis Landsberg) nach. „Gerade wegen der S-Bahn-Verbindung zwischen den beiden Orten würde sich das anbieten“, sagt Sabeeka Gangjee-Well. Derzeit werden detaillierte Überlassungsverträge ausgearbeitet, die eine rechtssichere Grundlage für die Fahrzeughalter und Nutzer schaffen sollen.

Die Initiatoren wollen das Angebot möglichst kostengünstig gestalten. Wer es nutzen möchte, muss allerdings Vereinsmitglied werden, wobei der Jahresbeitrag so niedrig sein soll, dass niemand abgeschreckt wird. Sabeeka Gangjee-Well und ihre Mitstreiter sehen die Schaffung eines Car-Sharing-Angebots „von unten“ als sinnvolle Ergänzung zum landkreisweiten Netzwerk von Mobilitätsstationen, das sich zur Zeit im Aufbau befindet. Hier werden zunächst nur Bike-Sharing-Stationen geplant.

„Mit einem Car-Sharing-Angebot des Landkreises ist wohl frühestens in zwei Jahren zu rechnen“, meint Sabeeka Gangjee-Well. Bis dahin könne sich diese Mobilitätsvariante schon ein Stück weit etabliert haben. Das Vereinsmodell könne dann parallel zum Angebot des Landkreises weiterlaufen.

Weitere Infos

erhalten Interessierte per E-mail an sabeeka@hotmail.com

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