Corona-konformes Weihnachtssingen : Bianca Epp (M.) und Florian Beinhofer (r.) organisierten die Aktion.
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Corona-konformes Weihnachtssingen : Bianca Epp (M.) und Florian Beinhofer (r.) organisierten die Aktion.

Weihnachtssingen mal anders

Türkenfeld singt gemeinsam – aber jeder vor seiner Haustür

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Gemeinsam singen, ohne zusammenzukommen – das war die Idee für das diesjährige Türkenfelder Weihnachtssingen. Jeder sollte vor seine eigene Tür treten und „Fröhliche Weihnacht überall“ anstimmen.

Türkenfeld – Am Abend des vierten Advent kamen tatsächlich einige Bürger trotz Nebel und Kälte aus ihren Häusern. Eine von ihnen war Petra Bernhard aus der Gollenbergstraße. Da sich in ihren Nachbarhäusern nichts tat, hatte sie sich schon darauf eingestellt, ganz allein zu singen. Doch an der Ecke zur Donauschwabenstraße bildete sich ein kleiner Sänger-Hotspot – natürlich mit coronakonformen Abständen. Mit einer Kerze in der Hand gesellte sich Petra Bernhard dazu. „Es ist einfach eine tolle Idee“, fand die Türkenfelderin. „Man darf ja sonst momentan nichts machen.“

Um 19 Uhr sollte es losgehen, nach dem letzten Schlag der Kirchturmuhr. Die allerdings war bis in diesen Winkel des Ortes nicht zu hören. Egal – wozu gibt es Handys mit exakter Zeitangabe? Jemand hatte sogar die Begleitmusik zum ausgewählten Lied „Fröhliche Weihnacht überall“ auf dem Smartphone parat.

Familie Seybold gegenüber war im Keller auf die Suche gegangen, um die Outdoor-Weihnachtsdeko mit zusätzlichen Lichtern noch schöner zu machen. „Sensationell“ fand es Thomas Seybold, dass das Weihnachtssingen nicht gänzlich dem Lockdown zum Opfer fallen musste. „Wir waren in den vergangenen Jahren auf dem Schlosshof auch dabei und es war immer sehr schön.“

Bei den musikalischen Adventsabenden vor dem Schloss hatten Bianca Epp und Fabio Beinhofer vom Verein „For a better 2morrow“ in den vergangenen Jahren Getränke und Plätzchen gegen Spenden abgegeben. Mit dem Geld unterstützt der Verein den örtlichen Asylhelferkreis und eine Schule in Südafrika, die vor allem von den Kindern armer Farmarbeiter besucht wird. Beinhofer hat dort ein Jahr als Freiwilliger gearbeitet.

Dieses Mal ging es den Organisatoren aber nicht in erster Linie ums Spenden sammeln – sondern darum, das Zusammengehörigkeitsgefühl im Heimatort zu unterstreichen und zum Jahresausklang „einen Moment der Gemeinsamkeit“ zu erleben, wie Bianca Epp sagte.

Musik aus dem Schlosshof gab es übrigens auch – in Gestalt eines Whatsapp-Videos der Gemeinde, das Bürgermeister Emanuel Staffler am Vortag gemacht hatte. Darin spielen Gerhard Müller und Rupert Klaß „Fröhliche Weihnacht überall“ auf Posaune und Horn aus den Rathausfenstern heraus.

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