Deutlich teurer werden in Irschenberg die Gebühren für Wasser und Abwasser.
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Deutlich teurer werden die Gebühren für Wasser.

Türkenfeld

Trinkwasser wird um 50 Prozent teurer

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Ab April müssen die Türkenfelder für ihr Trinkwasser deutlich tiefer in die Tasche greifen. Auch die Abwassergebühren steigen kräftig.

Türkenfeld – Die Erhöhung ist überfällig, denn die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren viel in die Instandhaltung und den Betrieb der Leitungsnetze investiert – die Gebühren aber nicht adäquat mitwachsen lassen. Das rächt sich nun: und zwar in Form von Steigerungen um 50 Prozent.

Der Kubikmeter Wasser kostet künftig 2,29 Euro (bisher: 1,53 Euro). Für die Entsorgung des Abwassers werden 2,72 Euro (bisher: 1,71 Euro) pro Kubikmeter fällig. Die jährliche Abrechnung dürfte für den Durchschnittshaushalt um etwa 100 Euro (beim Wasser) und 130 Euro (beim Abwasser) höher ausfallen.

Gemeinde hat keine Wahl

„Die Steigerung ist spürbar und nicht schönzureden“, räumt Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) ein. Er machte in der jüngsten Ratssitzung aber auch deutlich, dass die Gemeinde keine Wahl hat. Der Gesetzgeber verpflichtet die Kommunen dazu, die Wasserversorgung kostendeckend zu betreiben. Werden Überschüsse erzielt, müssen sie in Form von sinkenden Gebühren an die Verbraucher zurückgegeben werden. Andererseits darf kein Defizit auflaufen. Genau das ist aber in Türkenfeld der Fall.

Staffler spricht von einem rechnerischen Minus in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro seit dem Jahr 2015. Entstanden ist es durch kostenintensive Instandhaltungsarbeiten. Wasserleitungen und der Stauraumkanal wurden ertüchtigt, Rohrbrüche beseitigt, das gesamte Netz mit Kameras befahren sowie automatisierte Überwachungs- und Steuerungsanlagen eingebaut. „Die Maßnahmen waren und sind wichtig, um langfristig weit größere Schäden an den eigentlich gut gepflegten Netzen zu vermeiden“, betont der Rathauschef. Außerdem steigen die laufenden Kosten der Betriebsführung.

Seine Abwässer entsorgt Türkenfeld über den Zweckverband Grafrath. Auch das Trinkwasser kommt aus der Nachbargemeinde, wobei die Betriebsführung in den Händen der Stadtwerke Fürstenfeldbruck liegt.

Erhöhung zuletzt 2018

In die Trinkwasserbrunnen und die Kläranlage müsse von den Betreibern laufend investiert werden, machte Bürgermeister Staffler deutlich. „Außerdem halten beide Anbieter fachkundiges Personal und 24-Stunden-Ansprechpartner vor.“

Zuletzt sind die Wassergebühren in Türkenfeld im Jahr 2018 gestiegen, was rückblickend nicht ausreichend gewesen sei. Die Abwassergebühren wurden bei der letzten Kalkulation 2017 sogar leicht gesenkt. Dass beides auf Kostendeckungsniveau angehoben werden müsse, hatte auch die überörtliche Rechnungsprüfung bereits angemahnt.

Kleiner Trost für die Türkenfelder Bürger: Die Preise bewegen sich nun auf dem Niveau der Nachbarkommunen. In Grafrath zahlen die Bürger für den Kubikmeter Trinkwasser bereits seit Jahren 2,08 Euro, in Geltendorf im Landkreis Landsberg am Lech sind es gar 2,89 Euro.

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