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Seit 38 Jahren findet in mehrjährigem Abstand das Türkenfelder Fischerstechen statt – eine Riesengaudi für Besucher aus der ganzen Region.

Gemeinde lässt Proben nehmen

Vor Fischerstechen: Bürger zweifelt Wasserqualität des Dorfweihers an

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Seit 38 Jahren findet in mehrjährigem Abstand das Türkenfelder Fischerstechen statt – eine Riesengaudi für Besucher aus der ganzen Region. Am 25. August ist es zum achten Mal soweit. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange, am Ufer des Dorfweihers stehen bereits die Verkaufsbuden für Würstl und Getränke. Nun hat ein Anwohner mit einer Anfrage bei der Kommunalaufsicht des Landratsamts für Irritationen gesorgt.

Türkenfeld – Die Behörde möge das Handeln der Gemeinde hinsichtlich der Veranstaltungen auf dem Dorfweiher überprüfen, forderte der Bürger. Er sorgte sich offenbar wegen der Wasserqualität. Die Gemeinde hat daraufhin Proben entnehmen und untersuchen lassen. Die ersten Ergebnisse lagen nun im Gemeinderat vor. Resultat: „Wir haben Top-Badewasserqualität“, wie Robert Müller (Dorfgemeinschaft/DG) erfreut feststellte.

Im Zuschauerraum saßen Mitglieder der Feuerwehr, die das Fischerstechen veranstaltet. In der Bürgerfragestunde vor Beginn der Sitzung richtete Vereinsvorsitzender Wolfgang Neumeier einen eindringlichen Appell an das Gremium. „Es wäre fatal, wenn durch die Beschwerde eines Einzelnen eine Traditionsveranstaltung sterben würde.“ Die ehrenamtlichen Brandbekämpfer würden seit einem halben Jahr das Fischerstechen vorbereiten und hätten bereits erhebliche finanzielle Mittel investiert. Der Erlös fließe in die Jugendarbeit der Wehr oder werde für den Kauf von Ausrüstungsgegenständen verwendet, „kommt also wieder der Gemeinde zugute“.

Die Teilnahme am Fischerstechen erfolge auf eigene Gefahr, wie Neumeier betonte. Weder die Feuerwehr noch die Gemeinde könnten also in Haftung genommen werden.

Im Gremium hatte niemand die Absicht, gegen das Fischerstechen zu stimmen. Es sei ein Highlight unter den Türkenfelder Veranstaltungen, wie Bürgermeister Pius Keller (CSU) betonte. Ein Risiko für die Teilnehmer sieht er nicht. „Ich bin überzeugt, dass überhaupt nichts passiert.“

Einstimmig fiel der Beschluss, die Veranstaltung trotz der Bedenken der Kommunalaufsicht wie geplant durchzuführen. Eine zweite Wasserprobe zur mikrobiologischen Untersuchung soll am 13. August entnommen werden, damit die Ergebnisse zum Start der Übungswoche am 16. August vorliegen.

Einen zweiten Beschluss zum Thema Weiher stellte der Gemeinderat zurück. Ein Bürger hatte nämlich angefragt, ob sein Hund in dem Gewässer baden dürfe – doch darüber will man erst nach dem Fischerstechen entscheiden.

Auch wegen der Fontäne im Dorfweiher gab es schon einmal Bedenken wegen der Wasserqualität

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