Medizinische Versorgung

Türkenfeld will attraktiv für Ärzte werden

Türkenfeld – Wie steht es langfristig um die ärztliche Versorgung in einem kleinen Ort wie Türkenfeld? Diese Frage hatte Robert Müller (Dorfgemeinschaft) schon vor einiger Zeit aufgeworfen. Jetzt stand das Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats. In der Sitzung kam auch einer der am Ort niedergelassenen Ärzte zu Wort.

Im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans kann Bürgermeister Pius Keller (CSU) sich vorstellen, ein Grundstück an der Donauschwabenstraße für ein kleines Ärztehaus vorzusehen. Martina Uhlemann (FW) forderte, mit der Kassenärztlichen Vereinigung Kontakt aufzunehmen, „damit wir an Fachärzte kommen“. In Schondorf (Landkreis Landsberg am Lech) würden sich zum Beispiel mehrere Münchner Mediziner eine Praxis teilen, jeder sei einen Tag pro Woche anwesend. Vielleicht sei ein solches Modell auch für Türkenfeld denkbar, sagte sie. Robert Müller verwies in der Diskussion darauf, dass auch in Türkenfelds Nachbarorten Eching und Greifenberg (beide ebenfalls im Landkreis am Landsberg) Fachärzte ansässig seien.

Genau da liegt aber das Problem, wie der Allgemeinmediziner Carl-Michael Abernethy sagte, der im Zuschauerraum saß und Rederecht erhielt. „Der fachärztliche Bedarf ist da, aber Facharzt-Praxen sind teuer.“ Mehrere Orthopäden auf engem Raum könnten vermutlich nicht alle überleben.

Und wenn nur einen Tag in der Woche praktiziert werde, rechne sich das nur über Operationen, erklärte der Mediziner den Kommunalpolitikern. Das Hauptaugenmerk liege dann aber nicht auf den Türkenfelder Patienten.

Doch Carl-Michael Abernethy sieht auch in der hausärztlichen Versorgung eine Lücke kommen, wie er sagte. „Es hören viele Hausärzte auf, und es kommen wenige nach.“ Er selbst werde aber voraussichtlich noch „locker zehn Jahre in Türkenfeld arbeiten“ und die Praxis dann wohl an seinen Sohn übergeben. Bürgermeister Pius Keller will als nächsten Schritt alle Türkenfelder Ärzte zu einem Gespräch einladen. (os)

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