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Zankenhausens Kommandant Christopher Merz vor dem Einsatzfahrzeug der Grafrather Helfer vor Ort.
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Zankenhausens Kommandant Christopher Merz vor dem Einsatzfahrzeug der Grafrather Helfer vor Ort.

Für Notfälle

Türkenfeld will Ersthelfer-Gruppe aufbauen

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Auch in Türkenfeld sollen künftig in einem Notfall Ersthelfer zum Einsatz kommen. 15 Interessierte haben sich bereits bei der Gemeinde gemeldet.

Türkenfeld – In medizinischen Notfällen geht es oft um Minuten. Um die zeitliche Lücke bis zum Eintreffen des Notarztes oder Rettungswagens zu überbrücken, gibt es in einigen Orten die sogenannten First Responder – geschulte Ehrenamtliche, die lebensrettende Maßnahmen anwenden können. Dieses Konzept will nun auch Türkenfeld einführen. Ein erster Aufruf nach Freiwilligen brachte erfreuliche Resonanz.

Im Ort gibt es eine Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Ist deren Rettungswagen jedoch unterwegs, muss Hilfe aus Fürstenfeldbruck anrücken. „Das bedeutet eine Anfahrtszeit von über 15 Minuten“, sagt Christopher Merz. Der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Zankenhausen unterstützt die Gemeinde bei den ersten Schritten hin zur Einführung eines First-Responder-Teams.

15 Interessierte haben sich bislang gemeldet – das ist nicht schlecht, aber noch lange nicht genug. Erfahrungsgemäß werden einige wieder abspringen, befürchtet Merz. Denn die Freiwilligen müssen sich auf Situationen einstellen, „mit denen nicht jeder klarkommt“. In einer eigenen Ausbildung lernen die ehrenamtlichen Lebensretter in 80 Unterrichtseinheiten unter anderem, wie man defibrilliert, beatmet oder starke Blutungen stillt.

Bei den Nachbarn informiert

„Ohne eine zweistellige Zahl an Helfern brauchen wir gar nicht anzufangen“, weiß Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) aus Gesprächen mit anderen Gemeinden. Denn im Idealfall sollen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr abgedeckt werden können. Staffler hat sich unter anderem in Grafrath informiert, wo es bereits First Responder gibt. Die Nachbargemeinde stellte auch ihr Einsatzfahrzeug – mit Blaulicht und der Aufschrift „Helfer vor Ort“ – als Blickfang für ein Foto zur Verfügung, mit dem Freiwillige angesprochen werden sollen. Ein solches Auto bräuchte auch Türkenfeld, wenn das First-Responder-Team tatsächlich kommt.

Staffler will das Thema in den Gemeinderat bringen, ohne allerdings den Haushalt allzu sehr zu belasten. Er schätzt, dass das Fahrzeug samt Ausstattung 50 000 bis 60 000 Euro kosten würde, und hofft, möglichst viel davon über Spenden zu finanzieren.

Voraussetzung für alle, die an der Tätigkeit als freiwillige Lebensretter Interesse haben, ist ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Führerschein der Klasse B. Eine Altersobergrenze gibt es nicht. „Man sollte halt fit sein und nachts schnell aufstehen können“, sagt Christopher Merz. Alarmiert werden die First Responder via Piepser von der Integrierten Leitstelle (ILS) zeitgleich mit den Rettungsdiensten.

Staffler hofft, dass sich bis Ende des Jahres genügend Freiwillige melden, um Anfang 2021 den nächsten Schritt zu tun und einen Spendenaufruf zu starten. „Es ist noch ein weiter Weg“, sagt er. „Ein Weg aber, der sich zu gehen lohnt.“

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