Ein Quad-Fahrer.
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Ein Quad-Fahrer. (Symbolbild)

Zu viele Leute unterwegs

Zu viel motorisierter Freizeitverkehr: Türkenfeld sperrt etliche Feldwege

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Achtlos in Wiesen geparkte Autos; Quads, die über Feldwege rasen, dass der Kies nur so spritzt – all das soll in Türkenfeld der Vergangenheit angehören. Die Gemeinde sperrt die Mehrzahl ihrer Feld- und Flurwege für den motorisierten Freizeitverkehr.

Türkenfeld – Wer die Landschaft rund um Türkenfeld genießen will, soll das künftig zu Fuß oder auf dem Fahrrad tun. An geeigneten Stellen werden Parkplätze ausgewiesen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde einen besonders stark frequentierten Feldweg gesperrt. Nun kommen etwa 20 weitere rund um Türkenfeld und Zankenhausen hinzu. Das Konzept stammt von den zuständigen Referenten Veronica Winkler (CSU/Verkehr), Irmgard Meißner (Grüne/Natur und Umwelt) und Siegfried Schneller (Freie Wähler/Straßen und Wege) und wurde mit der gemeindlichen Arbeitsgruppe Fußwege/Radwege/Feldwege sowie Vertretern des Bauernverbands abgestimmt.

Verbotskultur?

Man wolle keine Verbotskultur im Freizeitverhalten etablieren, sagte Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU). „Aber es gibt in manchen Bereichen keinen Grund, mit dem Auto zu fahren oder am Futtertrog vom Wildgehege zu parken.“ Ausflügler sollen künftig geregelte Parkmöglichkeiten vorfinden, etwa am Rand der Streuobstwiese an der Wolfgasse sowie in der Umgebung von Schöneberg und Steingassenberg.

Baumaßnahmen sind dafür nicht erforderlich. Geplant ist lediglich eine entsprechende Beschilderung sowie Ausmähen und, wo nötig, Aufkiesen. Darüber hinaus kann der bereits bestehende Parkplatz an der Schule als Ausgangspunkt für Wanderungen genutzt werden.

Nicht mehr im Jahr 1970

Bedenken äußerte Jürgen Brix (Grüne). Nach der jüngst beschlossenen Einführung von Tempo 30 auf den Ortsstraßen bedeute die geplante Feldwege-Sperrung noch mehr Schilder und noch mehr Eingriffe in das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen. Die Bevölkerungszahl sei nun mal gestiegen und dadurch eben auch der Freizeitverkehr. „Muss die Gemeinde nicht dulden, dass wir nicht mehr im Jahr 1970 leben?“, so Brix. Außerdem sei Türkenfeld schließlich kein ausgesprochener Ausflugsmagnet. „Wir sind nicht Tegernsee oder Schliersee.“ Besser sei ein schrittweises Vorgehen. Vorläufig sollten nach Brix’ Ansicht nur diejenigen Feldwege gesperrt werden, die eine direkte Verbindung zum Schöneberg darstellen.

Er wurde von allen anderen Ratsmitgliedern überstimmt. Die Feldwege seien für motorisierten Verkehr einfach nicht gemacht, betonte seine Fraktionskollegin Irmgard Meißner. Bianca Epp (Freie Wähler) erinnerte an den in die Wiesen verspritzten Kies. „Das ist ein massives Problem für die Landwirtschaft.“ Und Bürgermeister Staffler möchte nicht mehr jeden Montagmorgen Beschwerde-E-Mails über rücksichtslose Ausflügler in seinem Posteingang finden.

Die Sperrungen werden nun umgesetzt. Ausgenommen bleiben lediglich Anlieger sowie land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge.

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