Pius Keller beendet sein Amt 2020.

Kommunalwahll

Türkenfelds Bürgermeister hört nach zwei Amtszeiten auf

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Im Türkenfelder Rathaus steht nach der Wahl 2020 ein Wechsel bevor. Bürgermeister Pius Keller will nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren. 

Türkenfeld– 30 Jahre Kommunalpolitik hat er dann hinter sich – fast sein halbes Leben. Als geeigneten CSU-Kandidaten für seine Nachfolge kann sich Keller gut den jetzigen Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler vorstellen. Doch der 33-Jährige hält sich noch bedeckt und will erst nach dem Jahreswechsel seine Entscheidung bekannt geben.

Für Keller steht fest, dass die Zeit für einen Generationswechsel gekommen ist. „Jetzt sollen die jungen Leute ran und die Gemeinde weiter gestalten.“

Wenn seine aktuelle Amtszeit zu Ende geht, wird er 67 Jahre alt sein. Heuer hatte er mit Herzproblemen zu kämpfen und landete im Krankenhaus. Ursache sei der berufliche Stress gewesen, sagten ihm die Ärzte – ein Grund mehr für Keller, keine erneute Wiederwahl anzustreben.

Inzwischen hat er sich zwar erholt. Doch bereits vor seiner Erkrankung habe für ihn festgestanden, dass er 2020 aufhören wolle.

1990 zog der Türkenfelder erstmals in den Gemeinderat ein. Nach zwei Wahlperioden kandidierte er 2002 erstmals als Bürgermeister, landete jedoch hinter Amtsinhaber Georg Klaß (Freie Wähler) und Stefan Zöllner (Dorfgemeinschaft) nur auf Platz drei. Im Gremium wurde er dann aber zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt und bekam gleich große Aufgaben. Für die Entwicklung der Baugebiete Duringveld und Burgbachstraße stand er in der Verantwortung, da Amtsinhaber Klaß aufgrund familiärer Verbindungen befangen war.

2008 startete Keller einen erneuten Anlauf auf den Chefsessel im Rathaus, und diesmal hatte er Erfolg. Musste er seinerzeit noch gegen Stefan Zöllner in die Stichwahl, so wollte sechs Jahre später niemand mehr gegen ihn antreten. Mit über 78 Prozent wurde Keller von den Bürgern im Amt bestätigt.

Diverse große Projekte wurden unter seiner Leitung verwirklicht, darunter die Errichtung der neuen Turnhalle mit Umbau der alten Halle in eine Aula und Mensa sowie die Schaffung einer Kinderkrippe. Schlaflose Nächte habe ihm seinerzeit der Bau des gemeindeeigenen Glasfasernetzes bereitet, erinnert sich Keller. „Heute bin ich froh, dass wir es haben.“

Ein Thema, das über 2020 hinausgehen wird, ist die Dorferneuerung. Das erste Projekt – der Ausbau der Türkenfelder Straße in Zankenhausen – ist mittlerweile abgeschlossen, als nächstes steht der Umbau der Bahnhofstraße in Türkenfeld an. Keller hofft, dass er vielleicht noch den Spatenstich vornehmen kann, doch das könnte knapp werden.

Nach seinem Ausscheiden will sich der verwitwete Vater dreier Söhne wieder mehr in die heimische Landwirtschaft einbringen. „Ich gehe zu meinen Ursprüngen zurück.“ Außerdem will er weiterhin den Gemeindewald bewirtschaften und sich als Vorstand der Jagdgenossenschaft Türkenfeld und des Landschaftspflegeverbands Fürstenfeldbruck engagieren.

Den Stress des Bürgermeisteramts wird Pius Keller nicht vermissen, vielleicht aber die schönen Momente – wie zum Beispiel die Trauungen. „Das ist ein Steckenpferd von mir, weil’s was fürs Herz ist.“ 42 Paare hat der 67-Jährige heuer schon verheiratet, auch auswärtige Hochzeiter kommen gern nach Türkenfeld. Denn das Fuggerschloss, in dem die Gemeindeverwaltung residiert, ist als Fotokulisse beliebt.

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