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Das Original und das Bild: Die Ausstellung ist so konzipiert, dass die Besucher die Skulpturen und die Bilder des Zankenhausener unmittelbar vergleichen können. 

Antike Skulpturen dienen Kunstprofessor als Modell

Zankenhausener stellt in Glyptothek aus

Zankenhausen – Wahre Schönheit ist zeitlos. Die antiken Skulpturen in der Münchner Glyptothek haben in über 2000 Jahren nichts von ihrer Faszination eingebüßt. „Worin liegt dieser Zauber?“, fragte sich der in Zankenhausen lebende Kunstprofessor Werner Kroener.

 Er nahm sich des Themas auf seine Weise an – in digitaler Malerei schuf er Bilder von 29 Skulpturen der Antikensammlung. Ab dem 8. Dezember sind die Bilder Seite an Seite mit den Originalen in der Glyptothek am Königsplatz zu sehen. Titel der Ausstellung: „Time Codes – Die Macht der Schönheit“.

„Die Bilder stehen direkt hinter den Originalen“, so Kroener. Farbe und Leuchtkraft im Zwiegespräch mit dem blassen kühlen Stein – das allein sorgt für spannende Kontraste. Kroeners Werke entstehen am Bildschirm, wo er sämtliche real vorhandenen Maltechniken einsetzen kann. „Ich arbeite mit einem sehr komfortablen Bleistift, den man Computer nennt“, erklärt der 72-Jährige. Mittels selbstleuchtender LED-Rahmen wird die Farbigkeit noch hervorgehoben, das Bild wird zum eigenständigen Wesen – und genau das ist es, was Kroener will.

Er selbst, seine Künstlerseele, Biographie und Gefühlswelt dienen ihm nicht als Ideen-Reservoir. Vielmehr sieht er sich als professionelle Maschine, die „Werke ohne Autor“ schafft. „Ich bin als Künstler in meinen Werken nicht vorhanden.“

Die Ausstellung ist so konzipiert, dass die Besucher Modell und Gemälde unmittelbar vergleichen können. Kroener wünscht sich den Betrachter als „Dialogpartner und Richter“ und sieht seine Bilder lediglich als „Vorschlag“. Ein Vorschlag, den man nicht unbedingt annehmen muss. Ergänzend hat der Zankenhausener ein Malbuch für Erwachsene herausgebracht, in dem man die Umrisse der antiken Figuren nach Lust und Laune selbst kolorieren kann. Das passt zum Konzept des Künstlers, der sein Publikum auf mehreren Ebenen ansprechen will und dafür alle Kanäle nutzt.

Bei Google findet man eine kostenlose Museums-App zur Ausstellung, auf YouTube laufen kurze Filme als Appetitmacher. In der Glyptothek selbst erhält man einen Tablet-Guide. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Führung im klassischen Sinne, denn es gibt keine Texte. Von belehrenden Kommentaren hält Kroener gar nichts. „Man hört nur Musik“, erzählt er. Wer will, kann über einen Button antike lyrische Texte abrufen. „Das Ganze ist ein Versuch, den Betrachter zu emanzipieren.“

Eine Atmosphäre zu erzeugen, die den Kunstinteressierten auf emotionaler Ebene berührt, ist für den gebürtigen Koblenzer wichtiger als jedes intellektuelle Dozieren. Er kennt das von seinen Studenten – wenn sie nicht gefühlsmäßig auf ein Thema einsteigen, „passiert gar nichts“. Geplant sind im Laufe der Ausstellung außerdem Musik- und Tanzveranstaltungen. Die Ausstellung läuft bis zum 12. März 2017. (os) 


Weitere Informationen

im Internet auf der Seite www.time-codes.de.

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