Wieder eines der Zugpferde: Zum zehnten Mal zeigten die Tiere auf dem Türkenfelder Markt, was sie können – zum Beispiel eine Kutsche ziehen. 	FOTOS: peter weber
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Wieder eines der Zugpferde: Zum zehnten Mal zeigten die Tiere auf dem Türkenfelder Markt, was sie können – zum Beispiel eine Kutsche ziehen.

Türkenfeld

Zum Ferienausklang auf den Bauernmarkt

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Zum Ferienausklang noch einmal einen schönen Ausflug machen – das dachten sich offenbar viele Familien aus der Region, die am Wochenende zum Bauern- und Handwerkermarkt nach Türkenfeld kamen.

Türkenfeld – Hier konnte man Künstlerisches, Kulinarisches, Traditionelles und Tierisches genießen. Und zwar ganz coronakonform.

Hoch hinaus will der kleine Emil. Mit Seilen gesichert, hangelt sich der Fünfjährige einen Baumstamm am Rande des Marktgeländes empor. Es ist schon seine dritte Runde beim Baumklettern, allmählich lässt die Kraft nach. Als er wieder bei seiner Mama am Boden steht, reicht es erstmal. „Super“, antwortet der Bub knapp auf die Frage, wie es war. Angst hat er nicht gehabt. Aber jetzt geht’s woanders hin, vielleicht zu den Eseln oder einem der vielen Essensstände. Klettern macht hungrig.

Ein paar Schritte weiter sitzt noch ein Emil, allerdings ein vierbeiniger. Sollte der weiße Mischling aus Pudel und Tibet-Terrier die Leidenschaft vieler seiner Artgenossen für das Herumnagen auf Schuhen teilen, würde er sich hier am Stand von Frauchen Petra Mareis allerdings die Zähne ausbeißen. Sie hat nämlich Holzschuhe dabei – nachhaltige, handgemachte Treter mit biegsamer Sohle aus Holz und Kautschuk. Auch vegane Modelle gibt es, mit Jeansstoff und Recyclingfilz statt Leder.

Deko-Kränze

Christel Lidels hat Getreideähren mitgebracht, Hagebutten, getrocknete Blüten, Lorbeer, Liguster, Seegras, Moos und jede Menge weiteres Grün. Daraus windet sie Deko-Kränze und kann sich über den Zulauf an ihrem Stand nicht beklagen. „Ich komme seit zehn Jahren her und habe viele Stammkunden“, erzählt die Florist-Meisterin. Märkte sind für sie heuer wichtiger denn je, denn ihr Blumengeschäft in Mindelheim hat die Pandemie nicht überlebt.

Immer ein bisschen anders zu sein, ein bisschen origineller und hochwertiger – das ist eins der Markenzeichen des Marktes. Dass man hier handgeschneiderte Trachtenwesten mit Knöpfen aus Bierkronen findet, dass man in der Mikrowelle Glas schmelzen und seinen eigenen Schmuck herstellen kann, dass man vom idyllischen Steingassenberg einen schönen Blick nach Süden hat und dass auch heuer wieder das Eseltreffen stattfand – das alles macht den Markt zum Publikumsmagneten.

In der Kutsche

Zum zehnten Mal zeigten die Tiere, was sie können – zum Beispiel vierspännig eine Kutsche ziehen. Das erfordert von allen Beteiligten viel Geschick, wie Kommentatorin Ulrike Sparber vom Eselhof Berndlgut in Oberösterreich erklärt. Der Kutscher lenkt die Esel-Paare mit unterschiedlichen Zügeln. Die vorderen beiden Tiere müssen unerschrocken vorangehen, während die hinteren die eigentliche Arbeit machen und den Karren ziehen. Die Zuschauer klatschen begeistert, als das Gespann nach mehreren Runden den Parcours verlässt.

Die Stimmung ist gut unter den Besuchern, auch wenn manche über die Notwendigkeit schimpfen, sich am Eingang per App zu registrieren. Es gilt die 3G-Regel, beim Schlangestehen und in den Sanitärbereichen herrscht Maskenpflicht. Für Ungeimpfte und Kinder gibt es eine Teststation. Corona ist der Grund dafür, dass die Veranstaltung auf Mitte September vorgezogen und auf drei Tage gestreckt wurde.

Der Markt

findet am kommenden Sonntag, 10 bis 18 Uhr, noch einmal statt.

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