Bei der Übergabe: (v.l.) Anja Reschke (NDR, Patin) und Lehrer Matthias Kufner. Gehalten wird das Schild von den Schülern Thomas Obermair und Magdalena Schmid. Foto: rm

In Maisach

TV-Moderatorin ist Patin der neuen Anti-Rassismus-Schule

Maisach – Die Orlando-di-Lasso Realschule hat für ihr soziales Engagement das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhalten. „Das Miteinander an der Maisacher Realschule wurde schon immer groß geschrieben“, lobte Ernst Fischer, Ministerialbeauftragter für Realschulen.

Wie aktuell das Thema Rassismus in Zeiten der Flüchtlingsproblematik ist, weiß auch Anja Reschke. Die Journalistin moderiert beim NDR das Fernsehmagazin Panorama. Nach ihrem Kommentar in der ARD zu den rechtsextremen Demonstranten im sächsischen Freital habe sie viel Kritik bekommen, sagte sie. Doch es sei wichtig nachzudenken und aufzustehen – insbesondere für Jugendliche. Für das Projekt „Schule ohne Rassismus“ wurde die 43-Jährige deshalb von den Maisacher Realschülern als Patin auserkoren.

Anja Reschke, eine gebürtige Münchnerin, rief die Schüler auf: „Seid mutig und gebt dies auch an andere Schüler weiter.“ Schließlich gehe die eigentliche Arbeit mit der Verleihung des Titels erst los. Sie sei gerne Schulpatin – eigens dafür war sie 800 Kilometer aus Hamburg angereist.

Zu verdanken hat die Realschule den Titel einer Unterschriftenaktion der Schüler. Nachdem Schulleiterin Regina Spitzer vergangenes Jahr von der Verleihung eines solchen Preises hörte, bewarben sich die Schüler damit. 90 Prozent der Schulfamilie – Lehrer und Hausmeister eingeschlossen – hatten unterschrieben.

Gegen Rassismus engagieren sich auch die Teilnehmer des Wahlfaches „Schule ohne Rassismus“. Lehrerin Hanna Laritz gründete das Fach im Herbst 2014. Darin setzen sich die Schüler mit Flucht und Asyl auseinander. Im ersten Jahr nahmen sieben Schüler teil, im zweiten waren es schon 17. Seit Laritz in Elternzeit ist, betreut Lehrer Matthias Kufner das Wahlfach.

Das Wahlfach organisiert Ausstellungen und Vorträge. So besuchte etwa die Betreuerin eines Erstaufnahmelagers für Flüchtlinge die Schule. Auch ein Asylbewerber schilderte den Schülern seine Erlebnisse. Und die Schüler nahmen an einem Vernetzungstag in der Landeshauptstadt teil. Dort konnten sich Schüler aus ganz Oberbayern austauschen. Sie diskutierten auch über AfD, Pegida und die Flüchtlingsproblematik.

Offiziell verliehen wurde der Titel durch Sarah Bergh-Bieling. Sie ist die Regionalkoordinatorin des Vereins Aktion Courage, welcher den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verleiht. Das Logo der Auszeichnung wird am Eingang des Schulhauses angebracht. regina Mittermeier

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