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Wie geht es weiter mit dem Baumschutz in der Gemeinde Maisach? (Symbolbild)

In Überacker

„Wir wollen nicht etwas übergestülpt bekommen“ - Bürger wehren sich gegen Baumschutzverordnung

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In Überacker formiert sich Widerstand gegen eine mögliche Baumschutzverordnung.

Überacker – „Wir wollen nicht etwas von der Gemeinde übergestülpt bekommen, was die Bürger in Überacker eigentlich nicht wollen“, sagt Michael Rinderle (53). „Wir wollen auch in Zukunft noch Herr im eigenen Garten sein“, ergänzt Michael Kappelmeir (45). Das Tagblatt hatte bereits im Juli über die Baumschutz-Pläne in Maisach berichtet und bewegte so die beiden Bürger aus Überacker zusammen mit Gerhard Stettler (60) und Norbert Huber (57) zu einer Unterschriften-Aktion. Sie sehen keine Notwendigkeit für den Erlass einer solchen Verordnung in den ländlichen Ortsteilen Maisachs, die der Maisacher Gemeinderat für das gesamte Gemeindegebiet bis Herbst 2019 auf den Weg bringen möchte.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) hatte Ende Juli den Antrag im Gremium eingebracht, der mit „Erhalt der Grünstruktur“ überschrieben war. „Da steckt nichts anderes dahinter als der verschleierte Erlass einer Baumschutzverordnung“, sind sich die Vier einig. Weil im nächsten Jahr Wahlen ins Haus stehen, vermuten sie zudem wahltaktische Gründe. „Es kann doch nicht sein, dass die Bürger für eine Gemeindeentscheidung die Konsequenzen in Sachen Haftung und Kosten tragen müssen.“

Eine Bürgerversammlung wäre gewünscht gewesen

„Wir hätten uns gewünscht, dass der Bürgermeister bei einer Bürgerversammlung, die Bevölkerung im Vorfeld über sein Vorhaben informiert“, so Rinderle. Als Beispiel zählte das ehemalige Gemeinderatsmitglied Kappelmeir auf, dass sich Seidl sowohl beim Malchinger Windrad als auch beim Funkmast in Überacker die Meinung der Bürger einholte. „Beim Funkmast hat er sogar bei der Bürgerversammlung in Rottbach abstimmen lassen.“

Die vier Initiatoren haben einen Flyer entworfen und in Überacker persönlich verteilt. Den ganzen Monat August waren sie dafür im Einsatz und klapperten alle Bürger im Gemeindegebiet ab. Dabei habe man durchweg eine Ablehnung der Baumschutzverordnung erkennen können. „Einigen war es egal, andere haben sich damit noch nicht befasst. Nur fünf sprachen sich für eine Baumschutzverordnung aus“, so Stettler. Außerdem stellten sie fest, dass sich viele Bürger bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.

Fast 500 Unterschriften sollen an den Gemeinderat übergeben werden

Am 27. September, in der ersten Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause, wollen sie dem Gremium eine Liste mit fast 500 Unterschriften übergeben. Ein Bürgerentscheid über den Erlass einer Baumschutzordnung sei laut Amtsleiter Peter Eberlein aber nicht zulässig, hat Kappelmeir erfahren. „Die Lösung könnte sein, dass neben der bestehenden Baumschutzverordnung für Gernlinden sich der Gemeinderat Maisach selbst eine Verordnung gibt, der ländliche Bereich mit Überacker, Malching, Germerswang und Rottbach aber außen vor bleibt“, meint Stettler.

Derweil fordert der Bund Naturschutz weitere Baumschutzverordnungen.

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