Überbelegtes Haus: Behörden greifen ein

Nicht ganz ein Jahr nach Bekanntwerden der Problemlage reagieren die Verwaltungsbehörden: Die Eigentümer der überbelegten Häuser in einem Dorf im Westkreis müssen baurechtlich nachbessern und ein Gewerbe anmelden.

Fürstenfeldbruck - Nach offenbar drängendem Insistieren der Polizei kam es nach Tagblatt-Informationen vor wenigen Wochen zu einem Ortstermin in den beiden Häusern in einem Ort im Westkreis. Hier leben viel mehr Menschen als man es für ein Einfamilienhaus respektive für eine Doppelhaushälfte für möglich hält.

Mehrere Behördenvertreter nahmen an der Begehung teil – und zumindest einigen von ihnen fielen dem Vernehmen nach wegen des Zustands vor allem eines Hauses und wegen der Enge darin die Kinnladen herunter. Worte wie „muffig“, „moderig“ oder „schimmelig“ fielen. Man muss von bis zu fünf vermieteten Wohneinheiten in den verschiedenen Zimmern eines Hauses ausgehen.

In einem der Gebäude leben um die 20 Personen, im zweiten 15, wobei wesentlich mehr Personen auf die Gebäude gemeldet sind als angetroffen wurden. In einem der Häuser lebt eine siebenköpfige Familie mit Kindern im Keller.

Die Räume werden teils an rumänische Staatsangehörige vermietet. Letzteres wird jetzt zu einem der Knackpunkt. Denn wenn in einem Gebäude mehr als drei Einheiten vermietet werden, dann ist das als gewerbliche Nutzung zu verstehen, wie eine Sprecherin der Kreisbehörde ganz allgemein und losgelöst von diesem Einzelfall erklärt. Das heißt, dass die Vermieter ganz offiziell ein Gewerbe anmelden müssen, steuerlich veranlagt werden und fortan auch gewissen Kontrollen unterliegen.

Ein zweiter Ansatzpunkt in solchen Fragen ist stets auch der Brandschutz. Wieder ganz allgemein: Wenn ein Keller zur Wohnung werden soll, dann muss das via Planänderung genehmigt werden. Prinzipiell sei das schon möglich. Allerdings müssten die nötigen Fluchtwege enthalten sein.

Theoretisch könnte in diesem Zusammenhang auch die Höhe der vom Eigentümer verlangten Mieten eine Rolle spielen – für die Kellerwohnung wurde ein Preis von 1000 Euro genannt, wobei das schwer zu überprüfen ist. Die Sprecherin des Landratsamts erklärt: Der Mietwucherparagraf greife aber nur dann, wenn ein Mensch, der sich ausgebeutet fühlt, sich selbst bei den Behörden meldet. Ansonsten nicht. Insgesamt, das wird in diesem Zusammenhang immer wieder beklagt, gebe es schlicht kein Wohnungsaufsichtsgesetz mehr. Wie viele Menschen in einer Wohnung untergebracht werden, geht Behörden damit eigentlich nichts an.

Anwesen in Puchheim geräumt

Auch in Puchheim gab es ein Anwesen, in dem sehr viele Gastarbeiter untergebracht waren. Es kam sogar schon zu Ärger mit den Nachbarn. Die Nutzung einer Garage als Wohnraum wurde relativ bald von den Behörden untersagt. Sie wurde geräumt, berichtete ein Sprecher der Kreisbehörde auf Nachfrage. Gegriffen habe in diesem Fall auch das Baurecht: die Unterbringung von Menschen im Keller der ehemaligen Gaststätte sei mit dem Brandschutz nicht zu vereinen gewesen. Auch den Keller habe man räumen lassen.

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