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Ein maskierter Räuber hat am Donnerstag die VR-Bank in Hattenhofen überfallen.

Bewaffneter Täter auf der Flucht

Überfall in Hattenhofen: Am schwersten wiegt der Schock

Am schlimmsten dürfte am Ende der Schock wiegen, den die Mitarbeiter erlitten haben: Ein maskierter Räuber hat am Donnerstag die VR-Bank in Hattenhofen überfallen und die Bankangestellten mit einer Waffe bedroht. Der Mann konnte fliehen – mit geringer Beute.

Hattenhofen - Der Räuber betritt die Bank um zwölf Uhr Mittags. Sparkasse und VR-Bank teilen sich die Räume in der Ortsmitte Hattenhofens. An diesem Tag arbeiten hier zwei Mitarbeiter der Genossenschaftsbank. Der Täter trägt eine Strumpfmaske, hält dem Geschäftsstellenleiter die Pistole vor den Kopf und fordert in laut Polizei akzentfreiem Hochdeutsch Bargeld. „Er ist relativ brutal vorgegangen“, schildert der Chef der VR-Bank, Walter Müller, nach dem Überfall und nach Auswertung der Bilder aus der Überwachungskamera.

Der etwa 30 Jahre alte Räuber bekommt das Bargeld ausgehändigt, stopft die Beute in einen Stoffbeutel, den er offenbar mitgebracht hat, und verschwindet in Richtung Haspelmoor. Er benutzt einen blauen Pkw-Kombi, ähnlich einem Passat, mit Pfaffenhofener Nummernschild (PAF). Dieses dürfte gestohlen sein.

Zum Zeitpunkt des Überfalls trägt der etwa 1,80 Meter große Täter eine ausgewaschene Jeans, ein helles Hemd, schwarze Schuhe sowie ein helles Basecap, berichtet die Polizei. Der Mann macht einen sportlichen Eindruck. Er hat eine zierliche Statur. Sofort leitet die Polizei eine groß angelegte Fahndung ein, ein Hubschrauber kreist, Diensthunde kommen zum Einsatz. Die Beamten warnen die Bevölkerung: Vorsicht – der Täter ist bewaffnet. Trotz des Großeinsatzes und etlicher Kontrollen auch am Nachmittag aber kann der Mann entkommen.

Gleich nach dem Überfall eilt auch Bank-Chef Walter Müller nach Hattenhofen. Außen an der Filiale hängt mittlerweile ein Schild. „Sehr geehrte Kunden, diese Filiale ist wegen Überfall vorübergehend geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis“, steht darauf. Müller geht es nicht um den Verlust des Geldes. Um eine hohe Summe habe es sich ohnehin nicht gehandelt, sagt er, ohne ins Detail gehen zu wollen. Er sorge sich um seine Mitarbeiter. Die seien nach dem Überfall doch sehr bedrückt gewesen. „Wir gehen davon aus, dass der Täter eine echte Waffe hatte“, sagt Müller, um den Schrecken zu untermalen, die die Mitarbeiter erlitten. Die beiden Kollegen seien nun in psychologischer Betreuung.

Die Filiale bleibt am Freitag geschlossen. Wie es in der nächsten Woche weitergehe, müsse man sehen, sagt Müller. Er ist überzeugt: Den größten Schaden haben die Mitarbeiter erlitten – und für den Täter hat sich der Raub nicht rentiert. Die Polizei beziffert die Beute auf „wenige tausend Euro“.

Walter Müller weiß übrigens, wie es ist, wenn einem jemand eine Pistole vor Gesicht hält. Als junger Banker mit 19 Jahren wurde er in einer Bank im Unterallgäu selbst Opfer eines solchen Überfalls, wie er erzählt. Weil er damals ja noch sehr jung gewesen sei, habe er das aber gut weggesteckt.

Die Kripo hat die Ermittlungen übernommen. Sie bittet um Hinweise aus der Bevölkerung, Telefon (0 81 41) 61 20.

st

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