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Entwässerungssystem am Parsberg wird untersucht

Überflutung: Ist B 2-Trasse daran schuld?

Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren in Puchheim-Ort Überschwemmungen. Deshalb soll nun das Entwässerungssystem am Parsberg untersucht werden – und zwar in großem Maßstab.

Puchheim-Ort – Mit diesem Beschluss folgte der Stadtrat formal einem Antrag der CSU. Entsprechende Vorgespräche mit Behörden und einem Ingenieurbüro hatte die Verwaltung allerdings schon geführt.

In Puchheim-Ort war es vor allem südlich der Augsburger Straße in den vergangenen Jahren wiederholt zu großflächigen Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern nach Starkregen gekommen. Die betroffenen Hausbesitzer hatten unter anderem die Verlegung der B 2 als Ursache in Verdacht. Auch diese Möglichkeit soll jetzt untersucht werden.

Zum Prüfauftrag gehören auch eine Bestandsaufnahme und eine Vermessung der Entwässerungsgräben sowie ein „Beregnungsmodell“. Zudem sollen die Fachleute Vorschläge für Gegenmaßnahmen liefern. Einfache Lösungen seien aber nicht zu erwarten, warnte bereits das städtische Umweltamt.

Das Gefälle am Parsberg sorgt für wild abfließendes Oberflächenwasser, die Drainage-Gräben und Rohre aus der Zeit der Flurbereinigung in den 1930er-Jahren sind nur zur Entwässerung der Felder angelegt und entsprechend dimensioniert. Ein ungehinderter Abfluss treffe außerdem umso mehr die ebenfalls schon betroffenen Unterlieger mitten in Puchheim-Ort. Die CSU hatte in ihrem Antrag unter anderem die Anlage von Flutmulden und neue Abzugsgräben als mögliche Abhilfen genannt.

Intensiv diskutiert wurde in der Sitzung, inwieweit die Stadt Verantwortung für einen wirksamen Überschwemmungsschutz übernehmen kann und soll. In dem Beschluss ist zwar von einer „kommunalen Gemeinschaftsaufgabe“ die Rede, eine solche Formulierung existiert allerdings nicht als Rechtsbegriff, sondern ist eher eine Selbstverpflichtung. Tatsächlich ist der Schutz vor Starkregen-Folgen keine kommunale Pflichtaufgabe.

Wenn Wassermassen in solcher Menge aufträten, dass der Einzelne überfordert sei, könne man aus der allgemeinen Daseinsvorsorge einer Kommune aber schon ableiten, dass Handlungsbedarf bestehe, argumentierte Alt-Bürgermeister und Jurist Erich Pürkner (CSU). Schließlich wurde ein Passus aufgenommen, dass durch den Beschluss des Stadtrats keine Ansprüche Dritter begründet werden können. Außerdem wird das Untersuchungsgebiet explizit auf Puchheim-Ort beschränkt. Die Kosten für das Gutachten, geschätzte 15 000 bis 20 000 Euro, übernimmt die Stadt.

In ein Hochwasserschutzkonzept können die kleinen Gräben am Parsberg nicht aufgenommen werden. Ein solches soll aber für Ascher-, Gröben- und Starzelbach gemeinsam erstellt werden. Auch Puchheim tritt jetzt der Arbeitsgemeinschaft bei, in der fünf Anrainer-Kommunen einen Maßnahmen-Katalog erarbeiten lassen wollen.

op

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