Die Verschlammung des Starzelbachs schauten sich Fischereichef Albert Göttle (l.) und Hubert Weiger vom Bund Naturschutz an. Foto: tb

Uferstreifen sollen Fische schützen

Fürstenfeldbruck - Mehr Platz für Bäche und Flüsse: Das fordern Bund Naturschutz (BN) und der Landesfischereiverband.

Weil viele Bauern ihre Felder bis direkt ans Wasser bewirtschaften, gelange Schlamm in die Gewässer. Entlang der Amper etwa seien die Folgen erkennbar. Auch im Landkreis gebe es Abschnitte, in denen die Fische nicht mehr laichen können.

„An einigen Stellen ist der Starzelbach schon erheblich verschlammt“, erklärt Johannes Schnell vom Landesfischereiverband. Durch die intensive Nutzung mit Energiepflanzen wie Mais oder Raps mangele es oft an ausreichenden Gewässerrandstreifen. Das habe erhebliche Folgen für die Artenvielfalt. Sedimente, die durch Regen vom Acker abgetragen werden, gelangen in die Bäche. „Ein Großteil aller Fischarten in Bayern sind Kieslaicher“, sagt Schnell. „Wenn die Flüsse voller Erde und Schlamm sind, finden sie keinen Platz mehr.“ Zudem werden Pestizide und Düngemittel ins Wasser geschwemmt.

Die Schaffung und Erhaltung von Gewässerrandstreifen ist bundesweit geregelt, doch den Ländern sind Abweichungen erlaubt. In Bayern gelte Freiwilligkeit. „Das hat sich bisher nicht bewährt.“ Nur wenige Landwirte würden Randstreifen schaffen. Schnell: „Sie erhalten eine Entschädigung, aber die ist so gering, dass es sich nicht rechnet.“

Fischereiverband und BN sehen die Lösung darin, das Bundesgesetz zu übernehmen, dann wären Knautschzonen an Gewässern Pflicht. Zudem sollte die Entschädigungszahlungen angehoben werden. Bauern, die an den Rändern langjährige Energiepflanzen, also Wildpflanzenmischungen anbauten, würden zudem einen Lebensraum für Tiere schaffen, die Bäche vor Verschlammung schützen und langfristig gesehen gute Erträge erzielen. fel

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