Über die Lagerstraße rollt der Verkehr von der FFB 11 in Richtung A 99 (rot). Wäre diese gesperrt, dann müssten die Autos durch Gröbenzell fahren (gelb).

Wird Lagerstraße zur Sackgasse?

Umgehung: Puchheim erhöht den Druck

Puchheim - Seit Jahren träumt Puchheim von einer Umfahrung. Doch Gröbenzell möchte das nicht. Deshalb kam nun eine Idee auf, wie man Druck auf den Nachbarn ausüben könnte.

Alt-Bürgermeister Erich Pürkner (CSU) brachte die beiden Themen wieder in die Diskussion, nachdem ein Verkehrsplaner eine ausführliche Analyse der heutigen Verkehrsströme in der Stadt vorgestellt hatte. Puchheim dürfe das Ziel, die Kreisstraße 11 zu verlängern, nicht aufgeben, so Pürkner.

Da aber Gröbenzell, über dessen Flur weitergebaut werden müsste, dabei niemals mitmache, bräuchte es entsprechende Druckmittel. So wie die Umwandlung der Unteren Lagerstraße zur Sackgasse, die am Gröbenbach, also der Gemeindegrenze, endet.

Der Verkehr Richtung München müsste dann über die Mitte von Gröbenzell ausweichen. (Von der Stadt München, deren Grund man vor allem in Anspruch nehmen müsste, war übrigens nicht die Rede.) Pürkner wollte jedenfalls prüfen lassen, welche Auswirkungen auf andere Straßen eine solche Sperrung hätte. „Es müsste jeden interessieren, welche Wohltaten wir den Gröbenzellern tagtäglich erweisen“, sagte er.

Dieses Ansinnen stieß zwar auch auf entschiedenen Widerspruch. „Die FFB 11 ist so tot wie noch was“, meinte etwa Manfred Sengl (Grüne). In einer der im Stadtrat seltenen Kampfabstimmungen setzte sich eine Mehrheit von CSU und einem Großteil der SPD aber durch

Während der Weiterbau der Kreisstraße auch vom Landkreis derzeit nicht mehr verfolgt wird, ist ein anderes Verkehrsprojekt noch nicht so gut wie beerdigt: Eine zweite Querung der Bahntrasse für den motorisierten Verkehr, zwischen Lusstraße im Norden und Gewerbegebiet im Süden. Auch für den Fall, dass eine solche Über- oder Unterführung gebaut wird, soll der Sachverständige die veränderten Verkehrsströme berechnen. Außerdem soll der Planer ermitteln, welchen Bevölkerungszuwachs das bestehende Straßennetz noch verträgt.

Für den ersten Teil seiner Untersuchung hatte Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer viel Lob von den Stadträten bekommen. Für das gesamte Puchheimer Straßennetz wurden – durch Kontrollstellen und Haushaltsbefragungen – die Verkehrsbewegungen ermittelt. Deutlich wird also im Grunde, wann wer aus welchem Grund mit welchem Vekehrsmittel wohin fährt.

Zu den Ergebnissen zählt unter anderem ein ungewöhnlich hoher Anteil an Fußgängern und Radfahrern, selbst an einem regnerischen Tag. Andererseits ist jede fünfte Autofahrt nicht länger als einen Kilometer. (op)

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