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Die umstrittenen Absperrpfosten gehören der Vergangenheit an. Richter Dietmar Wolff (l.) war vor einer Woche mit großem Tross nach Egenhofen gereist, um die „Corpora delicti“ zu begutachten. Natürlich war Pfostenkritiker Erich Meitinger (M., blauer Anorak) mit dabei.

Der Egenhofener Gemeinderat hat beschlossen:

Umstrittene Pfosten: Jetzt sind sie weg

Egenhofen - Der Egenhofener Gemeinderat hat am Montag den Abbau der umstrittenen Pfosten in der Blumenstraße beschlossen.

 Doch die Verwaltung war schneller: Zum Zeitpunkt der Sitzung waren die Absperrungen bereits weg. Die Anwohner sind empört – und denken über weitere Schritte nach.

Egenhofen – Es kam wie erwartet: Am Montag beschloss der Gemeinderat einstimmig, die umstrittenen Pfosten zwischen der Krokus- und Blumenstraße abzubauen, zusammen mit dem Sackgassenschild am Eingang zur Blumenstraße. Es blieb der Gemeinde auch nichts anderes übrig nach der mündlichen Verhandlung am Mittwoch vergangener Woche. Das Verdikt von Richter Dietmar Wolff vom Verwaltungsgericht München war eindeutig zu Ungunsten der Kommune ausgefallen (wir berichteten).

Das Pikante am Gemeinderatsbeschluss: Die Verwaltung hatte zu diesem Zeitpunkt schon Fakten geschaffen und die Metallpfosten im Laufe des Tages abmontiert. Eine Aktion, die bei den betroffenen Anwohnern auf keinerlei Verständnis stieß. „Da hätte man doch noch ein paar Tage ins Land streichen lassen können“, meinte eine von ihnen nach der Sitzung.

Rund ein Dutzend Egenhofener hatten dem Treffen beigewohnt. Sie hoffen nun, dass der Gemeinderat sich noch eines anderen besinnt. Denn eine Mehrheit hatte beschlossen, dass die Verwaltung prüfen solle, „welche Möglichkeiten (...) bestehen, die Verbindung zwischen der Krokusstraße und der Blumenstraße auf Fußgänger und Radfahrer zu begrenzen“, wie es in der Beschlussvorlage heißt. „Wir wollen in Ruhe sehen, was möglich ist und was nicht“, erläuterte Bürgermeister Josef Nefele.

Den schnellen Abbau der Pfosten verteidigte Amtsleiter Robert Köll gegenüber dem Tagblatt: „Es war zu erwarten, dass der Gemeinderat diesen Beschluss fällt. Daher hat der Bürgermeister die Aktion angeordnet.“ Die Kommune sei im übrigen verpflichtet, Gerichtsbeschlüsse umgehend umzusetzen. „Und umgehend bedeutet sofort“, so Köll.

Die Anwohner wollen die Geschichte indes nicht auf sich beruhen lassen. „Wir prüfen alle Schritte“, sagte Angelika Schmickl.

Von Horst Kramer

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