Im Gewerbegebiet

Umweltschützer gegen 47-Meter-Turm

Germering – Im Gewerbegebiet Nord soll ein Büroturm samt Kindergarten mit einer Höhe von 47 Metern entstehen. Doch der Umweltbeirat ist dagegen.

Ende November hatte der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss beschlossen, den für das Areal zwischen B2 und Emmy-Nöther-Straße gültigen Bebauungsplan dementsprechend zu ändern. Bisher sind dort Gebäude von nur 25 Metern Höhe erlaubt. Bevor nun auch der Stadtrat grünes Licht gab, wollte der Umweltbeirat dazwischen grätschen. Doch besonders beeindruckt von dem Schreiben war keiner der Stadträte. Dennoch ging Stadtbaumeister Jürgen Thum in der Sitzung per schriftlicher Stellungnahme darauf ein.

In seinem Brief weist der Umweltbeirat darauf hin, dass sich die Bürger bei der Zukunftskonferenz 2006 gewünscht hätten, dass außerhalb des Zentrums keine hohe Nachverdichtung zugelassen wird. Auch die Stadt habe damals die Aussage getroffen, in dem Gewerbegebiet nicht über 25 Meter hoch bauen zu lassen. Thum entgegnete, dass damals von Wohnbauten und nicht von gewerblichen Gebäuden die Rede gewesen sei. Außerdem handele es sich hier nicht um eine Nachverdichtung, denn der Bebauungsplan für das Areal sei bereits seit 2007 rechtskräftig. Es gehe um das Ausschöpfen von bestehendem Baurecht.

Des Weiteren mahnte der Umweltbeirat an, dass bisher nicht detailliert über die Optik des Gebäudes gesprochen wurde – und das, obwohl der neue Komplex absolute Signalwirkung haben würde. Auch die ökologischen Auswirkungen auf Boden- und Wasserhaushalt, auf das städtische Klima sowie Flora und Fauna seien vor der Änderung des Bebauungsplans genauer zu beleuchten. Thum informierte, dass zum jetzigen Zeitpunkt lediglich städtebauliche Aussagen getroffen werden können. Genaue Festsetzungen der Optik,, zum Beispiel der Fassade, seien noch nicht möglich. Das ergebe sich dann erst im Baugenehmigungsverfahren. Die ökologischen Auswirkungen seien dagegen sehr wohl untersucht worden.

Des Weiteren kritisierte der Umweltbeirat die Idee eines Kindergartens in dem Gebäude. Erstens sei die Lage wegen der Emissionen durch die B 2 ungeeignet, außerdem müssten Mütter durch die ganze Stadt fahren, um ihre Kinder abzuliefern. Thum dagegen befand, dass ein Kindergarten vor allem dort sinnvoll ist, wo Menschen arbeiten. Ob er aber tatsächlich integriert wird, muss noch entschieden werden. In jedem Fall aber dementierte Thum, dass der Eigentümer bei der Planung seines Büroturms Narrenfreiheit bekäme, nur weil er einen Kindergarten im Gebäude bauen wolle.

Die Entscheidung des Stadtrats fiel am Ende einstimmig für die Änderung im Bebauungsplan aus. Die Mitglieder sind weiterhin überzeugt von dem 47-Meter-Haus.

von Carolin Nuscheler

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