Ärgerlich: Gerade wenn man alles frei geräumt hat, kommt der nächste Schneepflug und macht die Arbeit zunichte. Symbolfoto: panthermedia/DPA

...und der Pflug schüttet´s wieder zu

Fürstenfeldbruck - So schön der Schnee auch sein mag, für viele bedeutet er vor allem eines: Arbeit.

Während das Bauhofpersonal die Straßen freiräumt, schaufeln die Hausmeister auf den Gehwegen. Und ärgern sich mitunter, weil die Kehrmaschine Schnee und Matsch wieder auf die gerade gesäuberten Flächen schiebt.

Wenn die Flocken unaufhörlich vom Himmel rieseln, dann wird das Schneeschippen für Heinz Willkofer zur Sisyphusarbeit. Der 62-Jährige ist Hausmeister in einem Zehn-Familien-Haus an der Bismarckstraße. Auf zwei Seiten schaufelt er 50 bis 60 Meter Gehsteig frei. Dazu kommen die Tiefgaragen-Abfahrt und Parkplätze. Die Aufgabe gehört zu seiner Arbeit dazu, das ist für Willkofer selbstverständlich.

Aber er ärgert sich seit Jahren über eine Sache: die Schneepflug-Staffel des Bauhofs. „Habe ich die eine Seite freigeräumt, schiebt mir ein Räumer die Fläche wieder zu.“ Dann muss der Hausmeister von vorne anfangen. Denn der Gehweg muss frei sein, so steht es im Stadtrecht (siehe Kasten). Da auf den Straßen Salz und Chemikalien gestreut werden, werde die Masse schwerer. „Ich muss die Schaufel dann am Boden ziehen.“

Bauhof-Leiter Peter Langenegger kennt das Problem. Doch seine Mannen können nicht anders, besonders wenn es unaufhörlich schneit. „Wir haben 340 Straßen zu räumen, dazu kommen Kreuzungen, Gehwege und Bushaltestellen.“ 18 Männer stehen für den Winterdienst bereit, sie ackern von 3 bis 22 Uhr. Acht große Autos, vier Schlepper und drei kleinere Fahrzeuge umfasst der Fuhrpark. Allein in Hauptstraßen müssen sechs Schlepper auf einmal ran, damit die Strecke frei ist. „Und wenn viel Schnee auf der Straße ist, kommt viel zur Seite raus.“ Zusätzlich machen parkende Autos die Strecke zum Engpass, daher würde unweigerlich Schnee auf den Gehwegen landen. Dass er damit den Hausmeistern Arbeit beschert, weiß er.

Doch die würden den Schnee oft auf die Straße schieben. Eigentlich müsse man den Schnee auf dem Grundstück entsorgen. Davor scheut sich Willkofer. Mit Salz versetzten Matsch wolle er nicht in den Garten werfen. „Ich schiebe lieber einen der vier Parkplätze zu.“ Das ertragen die Anwohner - oder sie stellen sich auf den Schnee.

Sein Wunsch: „Die Fahrer sollen etwas mehr Rücksicht nehmen.“ Das tun sie, so Langenegger. Bei Tempo 60 würde der Schnee an den Hausmauern landen. Und im Schritttempo könne man nicht fahren - die Schlepper würden den Verkehr ohnehin behindern. „Dann ist Stau bis Mammendorf.“

Die Räum- und Stre

Wer? Mieter und Hausbesitzer sind dafür verantwortlich, dass die Gehsteige vor ihrer Haustüre sicher sind.

Wann? Die Räum- und Streupflicht gilt an sieben Tagen in der Woche. Werktags (auch samstags) müssen die Gehwege bis 7 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr so schneefrei sein, dass zwei Personen aneinander vorbeigehen können. Das gilt bis 20 Uhr.

Was? Streugut wie Splitt ist erlaubt, Salz sollte jedoch nicht verwendet werden.

Wie lange? Wenn es stark schneit, gibt es eine Kulanzzeit. Gehwehe müssen dann nicht ständig freigeschaufelt werden - erst nach dem Schneetreiben.

Wer haftet? Wird die Pflicht vernachlässigt, kann das für Hausbesitzer und Mieter teuer werden. In vielen Fällen bekamen Geschädigte Schadensersatz.

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