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Feuer frei: Seit kurzem sagen einige Kommunen Glyphosat und Co. den Kampf an. Eine Alternative dazu sind Abflammgeräte.

Abflammgeräte

Brandgefährliche Unkrautvernichtung

Der Frühling ist da. Es sprießen Sträucher, Blumen – und Unkraut. Weil es Zeit spart, vernichten einige Gartenbesitzer den Wildwuchs mit Gasbrennern. Doch die Feuerwehr warnt: Die kleinen Flammen können rasch zu einem großen Feuer werden.

Die kleinen Flammen der Unkrautbrenner können schnell außer Kontrolle geraten, warnt Christian Huber von der Feuerwehr in Mammendorf.

Landkreis – Ein kohlschwarzes Gerippe – das ist alles, was von einer Thujahecke in Mammendorf im vergangenen Jahr übrig blieb. Die Ursache: ein sogenanntes Abflammgerät. Seit einigen Jahren erfreuen sich die Apparate bei Gartenbesitzern großer Beliebtheit. Denn die Brenner, die meist mit Propangas befeuert sind, ersparen lästiges Unkrautjäten per Hand. Christian Huber, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Mammendorf, mahnt jedoch zur Vorsicht: „Die kleinen Flammen können sich schnell zu einer größeren brennenden Fläche ausdehnen.“ Vergangenes Jahr mussten seine Kameraden und auch andere Wehren immer wieder zu Heckenbränden ausrücken.

Abflammgeräte bergen große Risiken 

Mehrfach mussten Feuerwehrleute schon zu Heckenbränden ausrücken. In Mammendorf wäre durch so ein Feuer beinahe eine Garage in Flammen aufgegangen.

Zurzeit haben viele Discounter die Abflammgeräte im Sortiment – pünktlich zum Frühling und zudem relativ preiswert. „Teilweise kosten sie nur 20 Euro“, sagt Christian Huber. Verlockend für viele Gartler. Nur wenige wüssten jedoch über den richtigen Umgang mit den Gasbrennern Bescheid. „Sie erreichen Temperaturen von über 1000 Grad“, sagt Huber. Wer damit Unkraut vernichtet, spielt buchstäblich mit dem Feuer. 

Ob und wie schnell sich ein Feuer ausbreitet, hänge von verschiedenen, teils schlecht vorhersehbaren Faktoren ab, sagt der Feuerwehrsprecher. Dazu zählen Windstärke und -richtung sowie der Funkenflug. Entscheidend sei Huber zufolge auch, wie trocken das Unkraut und der Bewuchs in unmittelbarer Nähe sind. Besonders leicht entzünden sich trockene Thuja- oder Buchenhecken. „Als die Thujen in Mammendorf gebrannt haben, wäre die Garage daneben fast in Flammen aufgegangen.“ Hinzu kommt, dass durch brennendes Baumharz giftige Dämpfe entstehen können.

Seit immer mehr Kommunen auf ihren Flächen auf Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat verzichten, kommen die Gasbrenner verstärkt zum Einsatz. Auch Umweltschützer sehen die Geräte kritisch. „Das Feuer zerstört alles in der obersten Bodenschicht – egal ob Insekten, Bakterien oder Pilze“, sagt Eugenie Scherb vom Bund-Naturschutz-. Das Ökosystem gerate aus dem Gleichgewicht, nicht nur in der Erde. Denn wo es keine Insekten gibt, finden Vögel keine Nahrung.

Unkrautbrenner und Heißdampf als Alternative zu Glyphosat

Auch rund ums Mammendorfer Feuerwehrhaus sprießt lästiges Unkraut. Dort wendet die Gemeinde die Heißdampf-Methode an. „Das ist aus ökologischer Sicht genauso fatal“, sagt Eugenie Scherb. Ihre Empfehlung: per Hand jäten. Schneller gehe das beispielsweise mit einer Drahtbürste. Sie selbst hat eine andere Philosophie: „Für mich gibt es kein Unkraut, in meinem wilden Garten darf alles wachsen“, sagt die Naturschützerin schmunzelnd.

von Regina Mittermeier

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