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So sieht die Amperhalle aktuell aus. Bald soll sie saniert werden.

"Eine Zumutung"

Unterlagen zur Sanierung der Amperhalle kommen viel zu spät

Emmering – Bald sollen die Sanierungsarbeiten an der Amperhalle losgehen. Doch so richtig rund läuft es in den Vorbereitungen nicht.  

Gut 5,2 Millionen Euro gehen für die Sanierung von Amperhalle und Bürgerhaus über den Tisch. Diese Summe hat der Gemeinderat nun verteilt – allerdings hätte die Entscheidung beinahe vertagt werden müssen. Denn die Unterlagen für die Vergabe der 43 Gewerke waren den Gemeinderatsmitgliedern erst wenige Stunden vor der Sitzung zugegangen.

Hans Weiß (CSU) sprach daher von einer Zumutung: „Da kann sich niemand ordentlich auf eine Sitzung vorbereiten.“ Es gehe immerhin um ein paar Millionen Euro, über die man zu entscheiden habe. Im weiteren Verlauf der Sitzung stimmte Weiß deshalb konsequent bei allen Punkten dagegen – zu genehmigen war die Vergabe der einzelnen Gewerke wie Fenster, Elektronik, Heizung oder Lüftung.

Auch Robert Bauer (FDP) kritisierte den Zeitplan: „Eigentlich sollte man vertagen.“ Er bezeichnete es angesichts der kurzen Vorbereitungszeit als „möglicherweise rechtlich bedenklich“, derart weitreichende Entscheidungen zu treffen. So sei es nur sehr schwer möglich, bei Bedarf im Internet über bestimmte Firmen zu recherchieren.

Bürgermeister Michael Schanderl (FW) entgegnete, dass eine Internetrecherche für Vergabe und Entscheidungsfindung nicht maßgeblich sei. Er verwies zudem darauf, dass einige der Gewerke aufgrund der geringen Summe innerhalb der Entscheidungsbefugnis des Bürgermeisters gelegen hätten. Diese Grenze liegt in Emmering bei 7500 Euro.

Mit dem Ergebnis der Ausschreibungen war Architekt Robert Winzinger zufrieden: etwa 3,97 Millionen Euro für die Amperhalle, 1,25 Millionen für das Bürgerhaus. In der Gesamtsumme der Kosten liege man somit in dem Bereich, der von der Verwaltung vorgegeben war.

Alle Vergaben konnten trotzdem nicht vorgenommen werden. So muss für den Sanitärbereich der Amperhalle eine Neuausschreibung erfolgen. Bauer hatte dies beantragt, weil das einzige Angebot, das eingegangen war, 38 Prozent über der Vorgabe lag. Winzinger erläuterte, dass manche Firmen beim Preis bewusst überziehen würden. „Die wollen nur den Markt beobachten und testen“, sagte der Architekt im Gemeinderat. Beim Bürgerhaus lagen zum Zeitpunkt der Sitzung für drei Gewerke keine Angebote vor.

Nach gut 30 Jahren besteht bei Amperhalle und Bürgerhaus dringender Sanierungsbedarf. Im Oktober hatte sich daher der Gemeinderat für die Erneuerung der beiden gut genutzten Gebäude entschieden.

von Hans Kürzl

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