Mit einem großen Transparent kämpft die Interessengemeinschaft Wittelsbacher Allee gegen den Mauerbau. Fotos (7: )Weber

200 Unterschriften gegen Mauer-Bau gesammelt

Olching - Die Olchinger wehren sich gegen die geplante Mauer in der Wittelsbacher Allee. Rund 200 Unterschriften wurden nun gegen das Bauwerk gesammelt.

Auch wenn die Mauer in der Wittelsbacher Alle nur entlang eines Straßenzuges stehen soll, für Dieter Kupler weckt sie ungute Erinnerungen - obwohl er gar nicht im Schwaigfeld wohnt. Aber der 64-jährige hat früheer in Berlin gelebt, im Ostteil der Stadt und da stand auch eine Mauer. Diese könne man zwar in keinster Weise mit dem geplanten Bauwerk vergleichen, doch „so eine Mauer sagt für mich immer noch, dass man da etwas nicht darf.“ Er versteht, warum die Interessengemeinschaft Wittelsbacher Allee (IG) dieses Bauwerk verhindern will.

Deshalb mischen sich Kai Uwe Stürmer und seine Mitstreiter von der IG am Samstag unter die Marktbesucher am Nöscherplatz. Dreieinhalb Stunden sammeln sie Unterschriften, um „Druck auf den Stadtrat und die Mauerbefürworter zu machen“. Die frostigen Temperaturen spürt er nicht. Stürmer berichtet davon, dass die Marktbesuche fast durchweg ihr Anliegen verstehen können. „Nur die Münchner haben abgewinkt.“ So sind die Unterschriftenlisten am Ende der Aktion gut gefüllt. Rund 200 Bürger haben ihre Unterstützung signalisiert.

Für die Interessengemeinschaft ein Grund, über eine Wiederholung der Aktion am kommenden Samstag nachzudenken. „Eine Entscheidung wird bis etwa Mitte der Woche fallen“, erklärt Marcel Gemmeke von der IG. Darüber hinaus seien noch keine Aktionen planen. Einige der „Wittelsbacher“ schlagen noch eine Menschen- und Lichterkette vor. Weitgehend einig sind sie sich auch in der Verwunderung über die Grünen im Stadtrat, die die Mauer wollen. „Eine Hecke sieht natürlicher aus, Vögel könnten dort Unterschlupf finden“, sagt Stürmer.

Er hofft, dass solche Gedanken bei den Entscheidungsträgern ankommen. Lehnt der Stadtrat das Ansinnen der IG ab, will diese im Rahmen der öffentlichen Auslegung der Mauer-Pläne Einspruch einlegen. Soweit soll es laut CSU-Stadträtin Maria Hartl nicht kommen. „Die Chancen für die IG sind knapp, aber gut“, sagt sie. Bereits kurz nach der Ausschusssitzung Anfang Februar hatte die CSU-Fraktion beantragt, das Thema in der Stadtratssitzung am 5. März erneut zu behandeln. „Die Politik muss auch mit dieser Art von Bürgerinteresse klarkommen“, sagt Hartl. Auch sie geht zurück in die Geschichte. „Woanders hat man Mauern abgerissen. Hier baut man sie wieder auf, nicht nur architektonisch.“

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