193 Unterschriften gegen Mobilfunkmasten

Egenhofen - Die Egenhofener machen mobil gegen den geplanten Telekom-Sendemasten im Kellerhölzl. Sie haben Unterschriften gesammelt und Bürgermeister Josef Nefele übergeben.

Schon im Frühjahr des vergangenen Jahres regte sich Widerstand gegen die Sende- und Empfangsanlage im Kellerhölzl zwischen Egenhofen und Pfaffenhofen an der Glonn. Ein Gutachten zur Strahlungsbelastung, das der unabhängige Experte, der Germeringer Diplom-Ingenieur Rainer Modt, im Juli vorstellte, konnte die Sorgen der Anwohner nicht zerstreuen. Obwohl der Ingenieur versicherte, dass die Anlage nur maximal drei Prozent der gesetzlich vorgeschriebenen Immissions-Grenzwerte erreichen werde.

Letzte Woche nun erhielt Rathauschef Josef Nefele (BGE) eine Unterschriftenliste mit den Namen von 193 Mobilfunkmast-Gegnern. Eine Aktion, die im Gemeinderat Wirkung zeigte: Praktisch jeder Kommunalpolitiker beim Treffen am Montagabend zeigte erst einmal Verständnis „für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger“, wie gleich mehrere Ortsvertreter betonten. Nefele beschrieb sich gar als „hin- und hergerissen.“

Dennoch war klar, dass die Mehrheit von der Notwendigkeit der Einrichtung überzeugt ist: „Der Handy-Empfang bei uns ist bescheiden“, formulierte Hans Kappelmeier (BGE). Der zweite Bürgermeister Thomas Mösl (BVA) befand: „Der Mast wird und muss kommen.“

Thomas Wieser (Wählergruppe Egenhofen) wollte für klare Verhältnisse sorgen und schlug vor, dass die Gemeinde den Bau rundweg ablehnen soll. Formal hätte dieser Beschluss zwar keinerlei Belang, weil der Bau im Außenbereich als privilegiert einzustufen ist und das Landratsamt das fehlende gemeindliche Einverständnis nicht berücksichtigen muss. Allerdings hatte der Besitzer des möglichen Bauplatzes in Vorab-Gesprächen mit Nefele betont, eine Vereinbarung mit der Telekom nur dann abzuschließen, wenn die Gemeinde dem Vorhaben nicht entgegen steht. Doch Wiesers Vorstoß wurde abgelehnt, mit neun zu vier Stimmen.

Eine Empfehlung für das Projekt wollte das Gremium aber auch nicht aussprechen. Georg Straßer (CSU) meinte: „Das Ergebnis spricht für sich.“ Mösl ergänzte: „Wir sollten keine Tür zuschlagen.“ Nefele fasste zusammen: „Wir haben den Standort nicht abgelehnt. Nun müssen der Graf (der Besitzer des möglichen Bauplatzes) und die Telekom sich damit auseinandersetzen.“

Einzig Amtsleiter Robert Köll bereitete das Diskussionsergebnis „Bauchweh“, wie er sagte. Er befürchtet, dass die Telekom nun einen anderen Standort suchen und auch finden wird. Vielleicht sogar auf einem Hausdach mitten in Egenhofen. „Das ist in unserer Welt nur eine Frage des Preises“, kommentierte CSU-Chefin Gabriele Dietrich trocken.

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