Aus für Kulissenbauer in Unterschweinbach

Bavaria Film macht Außenstelle dicht

Unterschweinbach - Der Ableger der Bavaria-Filmstudios in Unterschweinbach muss schließen. Keine frohe Botschaft für Angestellte und Kommune – und das kurz vor Weihnachten.

„Hollywood made in Unterschweinbach“, hieß es im August 2013, als die Außenstelle der Bavaria Filmstudios aus München eine Halle im Egenhofener Ortsteil Unterschweinbach bezog. In der Halle sollten Kulissen für Fernsehshows und Filme gebaut werden – und das werden sie auch noch. Allerdings nur bis 31. Januar 2017. Dann ist Schluss mit der Firma in Egenhofen. Kurz vor Weihnachten gingen die Kündigungen raus.

„Unter sorgfältiger Abwägung aller Chancen und Risiken haben sich Geschäftsführung und Gesellschafter der Bavaria Studios Art Department entschieden, den Standort Egenhofen zum 31. Januar 2017 zu schließen“, erklärt ein Unternehmenssprecher auf Tagblatt-Anfrage. Der Betrieb am Standort der Bavaria Studios in Geiselgasteig konzentriere sich künftig auf das Kerngeschäft des Unternehmens, den Dekorationsbau für Film- und Showproduktionen, so der Sprecher, der weitere Fragen nicht beantworten wollte.

Nach Tagblatt-Informationen trifft die Schließung rund 15 Mitarbeiter. Ihnen wurde gekündigt. Ein Teil der Belegschaft hat offenbar die Möglichkeit, nach München zu pendeln und Jobs am Hauptsitz der Firma anzutreten. Die anderen Kulissenbauer verlieren ihre Arbeitsplätze.

Im Betrieb herrschen Zweifel, ob die Schließung unbedingt habe sein müssen. Arbeit habe man jedenfalls genug gehabt. Und es werde auch bis zur Schließung weiter gearbeitet. Es sei halt hart, wenn etwas plötzlich zu Ende gehe, heißt es aus Mitarbeiter-Kreisen. Man habe zwar einmal etwas von Umstrukturierungen gehört, aber gewusst habe man vorher nichts.

Tatsächlich hatte die Firma Bavaria im Juli 2016 angekündigt, sich von Randbeteiligungen trennen und Tochterfirmen neu ordnen zu wollen. Hintergrund war der Wunsch, profitabler zu werden und den Standort Geiselgasteig zu stärken. Die Umstrukturierungen hätten mit der zunehmenden Digitalisierung zu tun, hieß es.

Egenhofens Bürgermeister Josef Nefele reagierte überrascht und besorgt auf die Nachricht. Besorgt in Hinblick auf die Arbeitsplätze, auf externe Firmen, die teils dort beschäftigt wurden und in Hinblick auf den Vermieter der Halle. Bitter sei die Schließung in Zusammenhang mit der Übernahme der Unterschweibacher Firma Reisinger Sonnenstrom durch ein anderes Unternehmen. „Wieder verlässt uns ein Betrieb“, so Nefele

Die Bavaria-Filmstudios hatten die Halle in Unterschweinbach nach der Insolvenz der Firma Kiser gemietet. Damals fanden auch ehemalige Kiser-Leute dort Beschäftigung. In Unterschweinbach wurden unter anderem Arbeiten für den Salzburger Jedermann übernommen oder das Musical „Starlight Express“.

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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