Stellten das Büchlein in der Alten Schule vor: Johann Aichner und Hannelore Keil. Foto: Weber

Der uralte Stachus von Puchheim

Puchheim - Die alten Haus- und Hofnamen von Puchheim-Ort sollen nicht in Vergessenheit geraten. Der Verein „D’Buachhamer“ hat deswegen eine Sammlung veröffentlicht.

Puchheim - Bei den Alten sind sie noch in Gebrauch, aber es ist abzusehen, dass sie früher oder später ganz verschwinden: Die Haus- und Hofnamen vom Obermeier bis zum Unterwirt, nach denen auch deren Bewohner gerufen werden. In Puchheim-Ort sollen die teils jahrhundertealten Bezeichnungen aber auch dann nicht in Vergessenheit geraten, wenn sie niemand mehr nutzt. „D’Buachhamer“ haben zum 20. Geburtstag ihres Vereins ein knapp 60 Seiten starkes Bändchen herausgegeben, in dem die 53 Anwesen, die noch einen eigenen Namen tragen, mit Fotos von dazumal und heute und kurzen, erläuternden Anmerkungen vorgestellt werden. Vereinschef Johann Aichner präsentierte das Heft jetzt rund drei Dutzend Interessierten - in der namenlosen Alten Schule.

Zwar sind in jedem einzelnen Fall die Namen bekannt, nicht immer aber ist deren Ursprung zu klären. So müssen die Buachhamer etwa beim „Samerhansl“ in der Dorfstraße passen, der offensichtlich nichts mit den Zimmerern, zu tun hat, die seit mindestens 1789 dort lebten. Manche Herkunft lässt sich immerhin vermuten wie der Puchheimer „Stachus“, der sich wohl von einem Eustachius ableitet, der dann allerdings auch schon vor 1715 auf dem Hof gesessen sein muss.

Die Anwesensnamen beziehen sich in der Regel auf Beruf (Mahlmüller), Vorname (Bartlbauer) oder Funktion des Gebäudes (Unterwirt). Häufig sind Zusammensetzungen wie der „Moosschneider“ oder der am Hang gelegene „Bergweber“ zur Unterscheidung von Berufskollegen. Selten, wenn überhaupt, kommen Hinweise auf örtliche Gegebenheiten vor. So wird vermutet, dass der früher etwas abseits vom Hauptdorf gelegene Hof „Zum Roth“ (Augsburger Straße) nach dem dahinterliegenden Feld mit roter Lehmerde getauft wurde. Ganz fehlen in Puchheim Namen, die äußerliche oder charakterliche Eigenarten der ursprünglichen Besitzer aufgreifen.

Die heimatkundliche Neuerscheinung ist zum Preis von neun Euro bei Johann Aichner erhältlich.

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