Urlauber um Reisegeld geprellt

Gröbenzell - Der Inhaber eines Reisebüros wurde wegen schweren Betrugs verurteilt. Er will seinen Kunden den Schaden ersetzen

Stellen Sie sich vor: Sie haben lange für einen Australien-Urlaub im Wohnmobil gespart. Endlich können Sie ihn buchen und bezahlen. Wenn Sie mit ihrer Familie vor Ort müde und gerädert aus dem Flugzeug steigen, müssen Sie feststellen, dass Ihr Reisebüro das Geld für das Wohnmobil selbst behalten hat. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich nun im fremden Land selbst eines zu suchen und den Preis dafür nocheinmal zu berappen.

Genau diesen Albtraum haben Kunden eines Gröbenzeller Reisebüros erlebt. Der Geschäftsinhaber landete deshalb wegen schweren Betruges vor dem Brucker Amtsgericht. Acht seiner Kunden hat er um ihre Reisekasse gebracht, insgesamt einen Schaden von fast 25 000 Euro angerichtet. Unter anderem hatte er Geld für Flüge und Rundreisen nicht an die Reiseveranstalter weitergeleitet.

Auf der Anklagebank gestand der 59-Jährige alles ein und gab sich reumütig. „Ich war in einer Notsituation.“ Sein Reisebüro habe in großen finanziellen Schwierigkeiten gesteckt. Mit den Kundengeldern habe er schlicht Löcher in der eigenen Kasse gestopft. Er sei damals zutiefst verzweifelt gewesen, erklärte der 59-Jährige „Ich wusste nicht mehr, was ich tun soll.“

Für zwei Urlaubs-Betrügereien wurde er bereits früher zu acht Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Unter Einbeziehung dieses Spruchs wurde der Gröbenzeller nun zu insgesamt 20 Monaten Freiheitsstrafe verdonnert. Diese wurde wieder zur Bewährung ausgesetzt. Dafür muss der 59-Jährige 200 Stunden Sozialarbeit leisten.

Hinter Gitter wollten ihn die Richter auch deshalb nicht schicken, weil der Mann inzwischen Konsequenzen aus dem Geschehen gezogen hat. Auf dem Tiefpunkt der Krise hatte sich der Gröbenzeller an einen Therapeuten gewandt. Mit dessen Hilfe habe er endlich eingesehen, dass es so nicht weitergehen könne und mit den Betrügereien aufgehört.

Das Reisebüro hat der Gröbenzeller inzwischen aufgegeben. Danach hat er die Hände nicht in den Schoß gelegt, sondern sich eine regelmäßige Arbeit gesucht - in einer anderen Branche. Von seinem Lohn versucht er nun, den Schaden, den er seinen früheren Kunden zugefügt hat, wieder gut zu machen. An teure Urlaubsreisen kann er selbst in absehbar Zeit wohl nicht denken.

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