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Die Diskothek Buck Rogers in Fürstenfeldbruck: Hier kam es zu dem Vorfall. 

Gericht hat entschieden

Urteil: Disco-Raser von Fürstenfeldbruck wieder auf freiem Fuß

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Ein israelischer Student stand vor Gericht, weil er nach einer Schlägerei vor dem Buck Rogers in Fürstenfeldbruck zwei Männer mit seinem Mercedes erfasst haben und danach geflohen sein soll. Nun fiel das Urteil. 

Fürstenfeldbruck/München – Wegen versuchten Totschlags drohte dem 24-jährigen Israeli Marut K. (alle Namen geändert) eine lange Gefängnisstrafe. Der Vorwurf lautete: Der angehende Medizinstudent soll Ende Oktober 2017 vor der Diskothek Buck Rogers in Fürstenfeldbruck nach einer Schlägerei mit seinem Mercedes zwei Männer erfasst und danach Unfallflucht begangen haben. Das Gericht konnte am Ende allerdings keine Absicht erkennen und wertete das Geschehen als Unfall. Damit ist Marut K. wieder auf freiem Fuß.

Die Kammer am Landgericht München II verurteilte den 24-Jährigen am späten Montagabend zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Weil die Strafe zur Bewährung ausgesetzt ist, durfte der Student, der im vergangenen Jahr für einen Deutschkurs nach Bayern gekommen war, nach dem Urteilsspruch den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft auf eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags in zwei Fällen plädiert. Marut K.s Verteidiger hingegen sahen dazu keinen Anlass. Sie sprachen von einem Unfall und pochten dementsprechend auf eine milde Strafe.

Der Unfallgutachter sollte bei diesem Prozess eine entscheidende Rolle spielen. Seine Einschätzung war es vermutlich auch, die das Gericht letztlich zur Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung kommen ließ. Denn der Gutachter konnte an der verhängnisvollen Fahrt Marut K.s im Oktober 2017 keine Tötungsabsicht erkennen.

Urteil gegen Disco-Raser: Anwalt denkt über Berufung nach

In jener Nacht geriet Marut K., der zusammen mit seinem Cousin in der Diskothek feierte, mit einer Gruppe von Gästen aneinander. Darunter befanden sich auch die späteren Opfer Manuel E. und Thomas S. (beide 20). Marut K. ging nach einem Schlag blutend zu Boden. Panisch stieg er in seine Mercedes A-Klasse und raste durch die enge Durchfahrt. Dabei erfasste er Manuel E. und verletzte ihn schwer. Danach beging er Unfallflucht.

Manuel E. selbst hat keine Erinnerungen mehr an die Tat. Vor Gericht konnte er nur wiedergeben, was vor der Schlägerei passiert war. Er sprach von einem heiteren Abend mit Freunden. Die Stimmung sei unbeschwert gewesen – bis die Gruppe vor die Tür trat. Erst als der 20-jährige Bürokaufmann im Krankenhaus zu sich kam, erfuhr er, was passiert war. Freunde erzählten ihm, er sei absichtlich angefahren worden.

Sein Anwalt Julian Ackermann sagte nach dem Gerichtstermin, man werde sich jetzt darüber Gedanken machen, wie man mit der Entscheidung umgehen werde. Es sei nicht ausgeschlossen, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

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